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Landes-Caritasverband Bayern, 09.04.2012

Sozialthemen in Deutschland negativ behaftet

Landes-Caritasdirektor Piendl mahnt zur Kurskorrektur

 

München. Sozialthemen haben nach Ansicht des bayerischen Landes- Caritasdirektors Bernhard Piendl in Deutschland einen zu geringen Stellenwert. „Häufig kommen nur negative Seiten wie die Finanzierung des Sozialstaats zur Sprache“, kritisierte Piendl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Bei Sozialthemen wie der Pflege werde der Kostenfaktor zu sehr betont, nicht die Bedeutung für die Gesellschaft. Soziales werde nur wahrgenommen, als etwas, was viel Geld koste und dem Wirtschaftsstandort Deutschland schade.   Der Stellenwert des Sozialen in der Gesellschaft müsse wieder gestärkt werden. Das mache auch für die Wirtschaft Sinn: Eine gerechte soziale Situation ist die entscheidende Basis für eine gute Wirtschaftslage“, sagte Piendl . Beispielhaft für diese Situation sei die Lage in den Sozialberufen, hier fehle oft die gesellschaftliche Anerkennung. „Aber was gibt es wertvolleres als sich um Mitmenschen zu kümmern? Hier sehe ich eine Schieflage im Bewusstsein der Gesellschaft“, betonte der Landes- Caritasdirektor . Gerade in vielen ländlichen Regionen Bayerns fürchtet er schon bald soziale Probleme: Weil immer mehr jüngere Menschen in die Ballungsräume zögen, stelle sich die Frage, wer die dort zurückgebliebenen älteren Menschen versorgen und pflegen solle. Hier sei eine optimale Gesamtlösung noch nicht gefunden. Die reine pflegerische Versorgung könnten zwar ambulante Dienste übernehmen, doch es gehe beispielsweise darum, wer Einkäufe oder Behördengänge erledige, wenn die traditionellen Familienstrukturen aufgebrochen seien und Kinder und Enkel weit weg wohnten. Viele Kommunalpolitiker wendeten sich wegen dieser Problematik bereits an die Caritas. Er verwies darauf, dass es in vielen Pfarrgemeinden ehrenamtliche Helferkreise gebe.