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Landes-Caritasverband Bayern, 30.05.2012

Energiearmut nimmt in Bayern zu

Schuldnerberatungsstellen der Caritas schlagen Alarm

München. Immer mehr Menschen in Bayern können ihre Stromrechnungen nicht bezahlen. Diesen besorgniserregenden Trend haben die Schuldnerberatungsstellen der Caritas festgestellt. Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent in den letzten beiden Jahren machen Strom und Gas für viele ärmere Haushalte unbezahlbar. Besonders betroffen sind nach Angaben der Sprecherin der bayerischen Caritas-Schuldnerberatungsstellen, Regina Hinterleuthner (Augsburg), Harz IV-Bezieher. Diese müssen den Strom aus dem Regelsatz bezahlen, der für einen Alleinstehenden derzeit 374 Euro beträgt. Die Heizkosten werden dagegen übernommen. „Probleme mit Stromschulden haben nach unseren Erfahrungen außerdem Alleinerziehende, Geringverdiener und einkommensschwache Rentner. Der Kreis der Betroffenen wird immer größer. Es trifft auch schon Auszubildende und Studenten“, sagte Hinterleuthner. Die Stromanbieter schalten nach mehrmaligem Mahnen von säumigen Zahlern den Strom ab. In Augsburg zum Beispiel trifft es jährlich bis zu 2500 Haushalte. Die Schuldnerberatungsstellen der Caritas bieten den betroffenen Menschen ihre Hilfe an. „Wir sprechen die Situation durch. Meistens schalten wir uns in die Verhandlungen mit den Stromanbietern ein und versuchen zu einer Stundung der Schulden und einer tragbaren Ratenzahlung zu kommen. Manchmal wird dann sogar ein Restschuldenerlass gewährt, aber das ist bei den Anbietern unterschiedlich.“ Der Caritas ist es nicht möglich, die Stromschulden einfach zu zahlen. Zum einen habe man gar nicht so viel Geld für diesen Zweck zur Verfügung. Zum anderen andern löse man so das Gesamtproblem der Betroffenen nicht, denn Stromschulden seien oft ein Anzeichen dafür, dass „das Leben aus den Fugen geraten ist“, sagt Hinterleuthner. Man lege deshalb Wert auf eine ganzheitliche Beratung, bei der alles zur Sprache komme.

In 14 Städten und Landkreisen in Bayern bietet die Caritas für sozial schwache Haushalte zusätzlich Stromsparcheck-Projekte an. Empfänger von Hartz IV, Sozialhilfe und Wohngeld haben die Möglichkeit, mit dem Stromspar-Check ihre Stromkosten deutlich zu senken, um rund 100 Euro im Jahr. Dazu kommen eigens ausgebildete Stromsparhelfer in die Wohnung, prüfen den aktuellen Stromverbrauch   und suchen   nach Einsparmöglichkeiten. Die Haushalte erhalten kostenlos Energiespargeräte, zum Beispiel hochwertige Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten oder Wasserperlatoren . Solche Stromsparprojekte der Caritas gibt es in Amberg, Augsburg, Cham, Forchheim, Fürth, Ingolstadt, Kelheim , Landshut, Marktoberdorf, München, Neumarkt, Neu-Ulm, Starnberg und Straubing. Von Januar bis April 2012 haben die Stromsparhelfer Beratungen in 326 Haushalten durchgeführt. Kostenlos installiert wurden 2900 Energiesparlampen und 400 Strahlregler für Wasserhähne, sowie weitere Strom- und Wassersparartikel. Die am häufigsten festgestellten baulichen Mängel waren merklich undichte Fenster und Schimmelbildung. Damit können sich die betroffenen Haushalte dann an weitergehende Beratungsangebote, z.B. bei den Verbraucherzentralen, wenden. Die Stromsparhelfer waren vor ihrer Tätigkeit in der Regel arbeitslos. Im Stromspar-Check sind sie beim örtlichen Caritasverband angestellt. Die fachliche Schulung für ihre Tätigkeit übernimmt ein Trainer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu. Der Stromspar-Check wird über das Bundesumweltministerium und lokale Netzwerke und Sponsoren finanziert.