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Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 05.07.2012

Chancen für benachteiligte Schüler verbessern

Umfassende Caritas-Studie über Schulabgänger ohne Abschluss

Es muss alles dafür getan werden, damit weniger junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen und somit deren berufliche Perspektiven verbessert werden. Dies fordert der Caritasverband für die Diözese nach Bekanntgabe der Ergebnisse einer bundesweiten Studie „Bildungschancen vor Ort“, die der Deutsche Caritasverband zusammen mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung durchgeführt hat. Nach dieser Untersuchung lag die Quote der Schulabgänger von allgemeinbildenden Schulen, die im Jahr 2009 nicht zumindest einen Hauptschulabschluss erreichten, im Bundesdurchschnitt bei fast 7,2 Prozent, in Bayern bei knapp 6 Prozent. Die geringste Quote in Deutschland wies der oberfränkische Landkreis Forchheim mit lediglich 2,4 Prozent auf, die höchste die kreisfreie Stadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern mit 26,6 Prozent.

Auch in den Kommunen im Gebiet des Bistums Eichstätt gab es nach der Studie Unterschiede: In der kreisfreien Stadt Nürnberg hatten über 10,6 Prozent der Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss, in Schwabach knapp 8,4 und in Ingolstadt fast 8,3. Besser sah die Situation in den Landkreisen aus: Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hatten gut 6,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht zumindest einen Hauptschulabschluss, im Landkreis Neumarkt über 4,5 und im Landkreis Roth knapp 4,4. Am niedrigsten lag die Quote im Landkreis Eichstätt mit 3,35 Prozent.

Verschuldung einer Kommune kann kein Argument sein

Zentrales Ergebnis der Studie ist nach Auskunft des Generalsekretärs des Deutschen Caritasverbandes, Prof. Dr. Georg Cremer, „dass ungleiche Bildungschancen nicht nur vom spezifischen Schulsystem der Länder abhängen, sondern auch die örtlichen Gegebenheiten einen erheblichen Einfluss haben“.   In der statistischen Auswertung wurde zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen der Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss und der Arbeitslosigkeit in den Kommunen nachgewiesen: „Hohe Arbeitslosigkeit kann, so müssen wir vermuten, auch im Bildungssystem   demotivierend wirken und hat soziale Folgen, die sich auf die Kinder negativ auswirken“, folgert der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher . Ferner zeigte die Studie, dass es mehr Jugendliche ohne Hauptschulabschluss in Kommunen gibt, in denen anteilig mehr Schülerinnen und Schüler auf Förderschulen gehen. Entgegen der Erwartung bei Beginn der Untersuchung hat die Verschuldungssituation der betreffenden Städte sowie Kreise aber keine nachweisbare Auswirkung auf die Quote der jungen Menschen ohne Schulabschluss vor Ort. „Somit kann das Argument nicht länger gelten, dass verschuldete Kreise weniger Möglichkeiten haben, ihren Jugendlichen zu einem Hauptschulabschluss zu verhelfen. Auch arme Kommunen können durchaus eine gute Befähigungssituation bieten“, sagt der Caritas-Präsident und fügt hinzu. „Der politische Wille zählt! In den erfolgreichen Städten und Kreisen setzen sich alle entscheidenden Akteure vor Ort aktiv für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein.“

Dies zeige etwa das positive Beispiel des Landkreises Forchheim: Dort hat der Schulamtsdirektor vor zehn Jahren den Verein „ ForSprung “ gegründet, in dem sich alle Akteure regelmäßig zusammenfinden und Maßnahmen verabreden. Neben dem Verein gibt es regelmäßige Treffen der Schulleitungen. „Man geht persönlich auf die einzelnen Schüler und ihre Eltern zu, fördert Schüler mit Migrationshintergrund durch eigene Lehrkräfte und hat die Jugendsozialarbeit an Schulen forciert“, analysiert und würdigt der Landes-Caritasverband Bayern die Arbeit im Landkreis Forchheim. Die örtliche Caritas stellt dort Berater zur Verfügung, Ehrenamtliche bieten Nachhilfe, und es wurde ein Schulmateriallager für finanziell schwächere Familien eingerichtet.

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