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Stand: 22.06.2017

Pressemitteilung

Die Solidarität der Völkergemeinschaft versagt

München, 9. September 2016. Mit großem Interesse, aber auch mit erheblichen Bedenken verfolgt die Caritas in Bayern die derzeitige politische und gesellschaftliche Debatte zur Flüchtlingssituation. Die Sorge um die Stimmung in der Bevölkerung, wie sich sich nicht zuletzt in Wahlen niederschlägt, ist berechtigt. Größer aber ist die Sorge der Caritas um die Menschen, um die es letztlich geht. "Mich irritiert, dass in der Diskussion die Betroffenen völlig aus dem Blick geraten sind: Unzählige Menschen leben in ständiger Bedrohung und müssen um ihr Leben fürchten, begeben sich auf eine lebensgefährliche Flucht, werden von Schleusern ausgebeutet, wissen nicht, wie sie mit traumatischen Erlebnissen umgehen sollen. Das ist aber offensichtlich kein Thema mehr", so Prälat Bernhard Piendl. Der Landes-Caritasdirektor betont: "Wir können uns doch der Verantwortung für diese Menschen nicht einfach entziehen. Stattdessen dreht sich die Debatte nur noch um Abgrenzung und Abschottung." Die Caritas sieht in der derzeitigen Situation ein Versagen der Solidarität der Völkergemeinschaft. Wenn es um Vorteile geht, kommt die weltweite Verknüpfung und Globalisierung gerade recht. Bei Krisen ist von grenzübergreifender Verantwortung nichts mehr zu spüren. Nach Ansicht des Landes-Caritasdirektors gibt es inzwischen längst hervorragende und gelungene Ansätze, durch Hilfe in Krisenregionen Menschen davon abzuhalten, ihre Heimat zu verlassen. "Ich erwarte von der Politik, vor allem hier die Akzente zu setzen. Das wäre auch eine große Chance, die derzeit sehr einseitig geführte Debatte aufzubrechen."

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