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Stand: 28.01.2016

Nachgefragt

Sucht im Alter

Alles halb so wild?

Mann mit grauen Haaren und SchnauzerSucht von alten Menschen ist ein Tabuthema.KNA / Oppitz

Wie zeigen sich Süchte im Alter?
Das ist sehr unterschiedlich. Ein Teil der Betroffenen hat bereits früher Erfahrungen mit einer Sucht gemacht, ein anderer Teil kommt erst durch die Krisen des Altwerdens damit in Kontakt. Häufige Auslöser für eine Suchkrankheit sind der Tod des Partners, die Leere nach dem Ende des Arbeitslebens, Einsamkeit oder Schmerzen. Alkoholismus und Tablettenabhängigkeit sind verbreitet.
Manche kommen durch das Genusstrinken zum Alkoholismus. Plötzlich ist es eben nicht mehr nur ein Glas Wein beim Mittagessen, sondern oft eine ganze Flasche, die man trinkt. Obendrein verträgt ein älterer Mensch weniger Alkohol als ein junger.

Das ist sehr unterschiedlich. Ein Teil der Betroffenen hat bereits früher Erfahrungen mit einer Sucht gemacht, ein anderer Teil kommt erst durch die Krisen des Altwerdens damit in Kontakt. Häufige Auslöser für eine Suchkrankheit sind der Tod des Partners, die Leere nach dem Ende des Arbeitslebens, Einsamkeit oder Schmerzen. Alkoholismus und Tablettenabhängigkeit sind verbreitet. Manche kommen durch das Genusstrinken zum Alkoholismus. Plötzlich ist es eben nicht mehr nur ein Glas Wein beim Mittagessen, sondern oft eine ganze Flasche, die man trinkt. Obendrein verträgt ein älterer Mensch weniger Alkohol als ein junger.

Auf welche Alarmsignale sollten Angehörige achten?
Das Problem ist, dass viele Auffälligkeiten der Sucht den üblichen Merkmalen des Alterns ähneln. Dazu gehören Stürze, unsicherer Gang, Unfälle, blaue Flecken. Süchtige alte Menschen ziehen sich zurück, weil sie sich schämen, sie verweigern Kontakt, zeigen Verwahrlosungstendenzen, manche magern stark ab.
Deshalb sollten Angehörige nicht wegschauen, wenn sie etwas irritiert. Zum Beispiel das zufällig entdeckte Alkoholversteck. Es hilft nicht, dann Entschuldigungen zu suchen nach dem Motto: Was soll’s, eine Flasche Wein ist doch nicht schlimm. Besser ist es, ein offenes Gespräch zu suchen, Beobachtungen und Sorgen zu benennen und Hilfseinrichtungen vorzuschlagen.

Ist Sucht im Alter ein gesellschaftliches Tabu?
Ja, es gibt eine Scheu und eine Verweigerung der Wahrnehmung. Manche sagen: "Jetzt lass doch dem Alten sein Schnäpschen!" Da fehlt die Sensibilität, was das für den Menschen bedeutet, der in diesem Kreislauf drin ist und dem die Wertigkeit seines Lebens entgleitet. Für viele zerbricht durch die Sucht ihre ganze Lebensbilanz.

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Sucht bei Freunden und Kollegen

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Angehörige von Süchtigen

„Ich habe gelernt, für mich Sorge zu tragen“

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Co-Abhängigkeit

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Ich, er und der Alkohol

Nachgefragt

Zuwanderer als Fachkräfte

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Irina Mertens berät in einer Anlaufstelle des IQ-Netzwerks in Koblenz zu allen Fragen rund um das Anerkennungsgesetz*.

Welche kommt zu Ihnen in die Anerkennungsberatung und welche Hilfe suchen diese Leute?

Bei uns erhalten alle Menschen mit Migrationshintergrund eine kostenlose Beratung, unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Herkunft.

Mann an ArbeitsplatzZeugnisse, Dokumente, aber auch praktische Fähigkeiten werden geprüft und anerkannt.DCV/KNA Harald Oppitz

Wir besprechen mit den Leuten, wie und wo sie den Antrag auf Anerkennung stellen können, welche Unterlagen nötig sind. Wir erklären auch, was ihnen eine Anerkennung bringt und wie sie sich dadurch beruflich besser stellen. Und wir informieren, was es kostet. Die ausländischen Zeugnisse und Nachweise müssen meistens übersetzt und bewertet werden, teilweise können zusätzliche Bescheinigungen über Berufserfahrungen hilfreich sein. Es ist nicht geregelt, wer diese Anerkennungskosten übernimmt. Die wenigsten Antragsteller haben das Geld dafür. Wir versuchen deshalb, bei anderen Stellen die Übernahme dieser Kosten zu erreichen, aber das klappt nicht immer.

Was müssen Migranten beachten, wenn sie einen Antrag auf Anerkennung stellen wollen?

Man kann nicht aus einem Lehrer einen Erzieher machen oder aus einer Ärztin eine Physiotherapeutin. Da gibt es zum Teil falsche Hoffnungen. Grundsätzlich kann nur das anerkannt werden, was als Titel auf dem ausländischen Zertifikat steht. Dann wird verglichen, ob die Ärztin im Ausland die gleichwertigen theoretischen und praktischen Inhalte erlernt hat, wie sie für den deutschen Regelberuf der Ärztin vorgeschrieben sind. Dabei wird auch auf die Zahl der Unterrichtsstunden und die Noten geschaut.

Kommt es nicht zur Anerkennung, wird daraus nicht automatisch ein anderer Beruf, auch wenn gewisse Kenntnisse in der Ausbildung erworben wurden. Es ist jedoch möglich, fehlende Ausbildungsinhalte über Lehrgänge und Prüfungen nachzuholen. Das ist natürlich immer eine Zeit- und Kostenfrage.

Das Anerkennungsgesetz* bezieht sich nur auf bundesrechtlich geregelte Berufe und eine größere Zahl von Ausbildungsberufen. Wer hier nicht darunter fällt, wie etwa Journalisten oder Mathematiker, ist bei uns trotzdem nicht falsch. Es kann sich lohnen, dass diese Leute ihren Hochschulabschluss durch die Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen (ZAB) bewerten lassen. Das prüfen wir immer im Einzelfall.

Welche Qualifikationen werden anerkannt, welche eher nicht?

Probleme gibt es zum Beispiel bei den Lehrern. Die wenigsten haben einen Abschluss in zwei Unterrichtsfächern, was bei uns aber Vorschrift ist. Da heißt es dann, das zweite Fach nachstudieren, was nicht für sehr viele in Frage kommt.

Für Qualifikationen aus EU-Staaten gibt es besondere Abkommen, die die Anerkennung oft erleichtern. Das soll jedoch kein Argument sein, dass Menschen aus Nicht-EU-Staaten es nicht versuchen sollen. Erst kürzlich hatten wir den Fall eines jungen Mannes, der in einem arabischen Land einen "Bachelor of commerce" erworben hatte. Er konnte auch schon Berufserfahrung nachweisen. Die zuständige Industrie- und Handelskammer hat ihm den Abschluss als Bürokaufmann vollwertig anerkannt. Zudem hat das Jobcenter die Anerkennungsgebühr von 420 Euro für ihn komplett übernommen.

Link-Tipps:

* Das seit April 2012 gültige Gesetz heißt offiziell "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen"

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