URL: www.caritas-bayern.de/beitraege/jugendberufshilfe/1476812/
Stand: 28.01.2016

Arbeitsfeld

Einstieg in Beruf

Jugendberufshilfe

Im weitesten Sinne bezeichnet Jugendberufshilfe alle sozialpädagogisch begleiteten Angebote, die - unabhängig von ihren jeweiligen rechtlichen Grundlagen - vor allem als benachteiligt oder potentiell benachteiligt geltende junge Menschen bei ihrem Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung, während ihrer Ausbildung und/oder beim Übergang in Erwerbsarbeit unterstützen. (aus: Ruth Enggruber: Jugendberufshilfe. Eine Einführung. Stuttgart, 2018)

Das Leistungsspektrum der Jugendberufshilfe umfasst

  • Angebote zur Berufsorientierung
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
  • Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen
  • Vollzeitschulische Ausbildungen
  • Ausbildungsbegleitende Hilfen und Ausbildungsassistenz
  • Qualifizierende Beschäftigungsmaßnahmen
  • Angebote der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit

Der größte Teil der Angebote der Jugendberufshilfe hat seine rechtliche Grundlage im SGB III (Arbeitsförderung) bzw. im SGB II (Grundsicherung); die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter agieren hier als Auftraggeber und finanzieren die Maßnahmen. Katholische Träger wie Kolping, Caritas, Katholische Jugendfürsorge und weitere kirchliche Stiftungen und Vereine halten derartige Angebote in allen sieben bayerischen Diözesen für junge Menschen mit einem derartigen, häufig auch rehabilitationsspezifischen Förderbedarf vor.

Im staatlichen bayerischen Förderprogramm der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit sind katholische Träger kaum mehr beteiligt.

Für Fragen zum Jugendberufshilfe in katholischer Trägerschaft in Bayern stehen Hubert Schmalhofer, Leiter der Lernwerkstatt Regensburg und Beauftragter bzw. Ansprechpartner der KJS Bayern für die Jugendberufshilfe, und Michael Kroll, Geschäftsführer der KJS Bayern, zu Verfügung.

Positionen & Stellungnahmen

Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit

Die KJS Bayern hat sich vor dem Hintergrund des beschleunigten Sterbens von Jugendwerkstätten in katholischer Trägerschaft in einem Hilferuf an die für die AJS in Bayern verantwortlichen Akteure mit der Bitte gewendet, die Rahmenbedingungen der Arbeit in den Jugendwerkstätten durch Drehen an vier Stellschrauben nachhaltig zu verbessern. 

EU-Projekt

Weiterbildung im Fokus

SuPIbB - Suchthilfe und Pflege

Im September 2017 führte eine viertägige Studienreise sieben Fachkräfte der Suchthilfe zur Caritas nach Wien. Im Gespräch mit Experten/innen informierten sie sich über das System der Sozialen Arbeit in Österreich, insbesondere über die Caritasstrukturen, und lernten Ansätze und Konzepte der Suchtarbeit sowie die Rahmenbedingungen und innovative Handlungsansätze kennen. 

Die theoretischen Unterschiede zwischen dem österreichischen und dem deutschen Weiterbildungssystem insbesondere zu Suchtfragen wurde diskutiert. Besonderes Augenmerk im Austausch wurde auf die Schnittstellen von Suchthilfe und Psychiatrie sowie von Suchthilfe und Wohnungslosenhilfe gelegt. Alkoholprävention, Betreuungsstrukturen für Suchtkranke (u. a. in der Altenhilfe und Wohnungslosenhilfe), Präventionsangebote für Jugendliche und Angebote für Kinder von suchtkranken Eltern informieren waren weitere Schwerpunkte.

Im November 2017 fuhren 8 Vertreter/innen von Pflegeschulen aus Bayern zur Päpstlichen Universität Comillas in Madrid, Spanien, um sich dort im Gespräch mit Experten/innen über das berufliche Pflege-Bildungssystem in Spanien (Universitäten und berufliche Schulen) zu informieren und Ansätze und Konzepte der Pflegeausbildung sowie deren Rahmenbedingungen kennen zu lernen. Hauptinteresse der Teilnehmenden war das Erkunden der generalistischen Pflegeausbildung in Spanien. Zudem erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, das San Juan de Dios Center zu besuchen, das größte Gesundheitszentrum für psychische Erkrankungen in Europa.

 Einige Zitate von Teilnehmenden des Austauschs:

Teilnehmende des Projektes SuPIbB

"Ich habe deutlich gemerkt, dass kulturelle Unterschiede eine immense Auswirkung auf die Rolle eines Menschen in der Gesellschaft haben. Kulturelle Unterschiede zu verstehen ist nur durch persönliche Erfahrungen im fremden Umfeld möglich." (Barbara Oberhammer)

"Man geht mit vielen Fragen, besonders zur universitären Ausbildung. Man kommt zurück mit Antworten, noch mehr Fragen und der positiven Erkenntnis: " generalistische Pflege ist die Zukunft." Unsere Erfahrungen mit professioneller Altenpflege ist eine Bereicherung für die europäische, eher medizinorientierte  Pflege." (Margitta von Kroge)

"Andere Länder,  andere Bildungswege: Die Akademisierung der Pflege wurde in Spanien bereits 1977 eingeführt und ist entsprechend etabliert, damit verbunden ist ein besserer Status! 
Wollen wir Pflegefachkräfte aus anderen Ländern längerfristig gewinnen, so ist Voraussetzung, sich mit der jeweils anderen Art der Ausbildung auseinanderzusetzen, die Menschen bei uns entsprechend zu begleiten, anzuleiten und einzusetzen. Ob Akademisierung oder Pflegekammer, die Pflege in Deutschland hat noch einen weiten Weg bis wir da sind, wo die meisten andere EU-Länder längst sind."
(Maria Kober)

"Sehr beeindruckt hat mich, mit welchem Stolz und mit welchem Selbstbewusstsein die spanischen Pflegekräfte von ihrem Berufsstand sprechen. Madrid ist eine Reise wert, alles hier ist groß, die Straßen, die Häuser und Paläste, die Denkmäler, die Parks und die großen Gemälde in den großen Museen!"(Siegfried Espach)

"Über Grenzen zu schauen schärft den Blick für das Eigene und die Gewohnheiten im Beruf. Die Anregungen dieser Reise fließen ein in den Alltag und machen sensibel für mögliche Alternativen zum Bekannten. Und wie wichtig ist es doch, innerhalb Europas die Kollegen an ihren Arbeitsplätzen zu erleben und deren Expertisen mit nach Hause zu nehmen. Das ist ein Teil des lebendigen Europas..." (Gregor Linnemann)

"Der Auslandsaufenthalt in Madrid forderte die aktive Auseinandersetzung mit dem Berufsbild auf gesellschaftlicher, (berufs-)politischer und persönlicher Ebene. Das Eintauchen in eine neue und unbekannte Kultur spornt an, motiviert, weckt Interesse und erweitert den Horizont ohne den direkten oder gar kritischen Vergleich ziehen zu müssen... eine gelungene win win Situation!" (Manuela Stübinger)

"Besonders beeindruckt hat mich der Stolz der Spanierinnen und Spanier Pflegefachperson zu sein. Und ich war sehr erstaunt, dass es mehr als ausreichend Bewerberinnen und Bewerber für die begehrten Studienplätze gibt, obwohl die Zugangshürden hoch sind und der Weg zu einer Festanstellung sehr weit und nicht garantiert ist." (Claudia Hauck)

"Ich durfte im Austausch erleben, wie die Begeisterung und die Leidenschaft für den Pflegeberuf kulturelle und nationale Grenzen überwinden. Die Sorge um die kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen vereint uns in unseren unterschiedlichen Gesellschaft- und Sozialsystemen in Spanien und Deutschland." (Ulrike Achmann)

 

 

 

 

 

 

 

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