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Stand: 28.01.2016

Gut zu wissen

Co-Abhängigkeit

Meine Rolle in der Partnerschaft finden

Angehörige tragen an der Sucht keine Schuld. Auch nicht, wenn es zu Hause oft Streit gegeben hatte. Es ist zwar gut, selbstkritisch darüber nachzudenken, ob man zu den Ursachen beigetragen hat. Die Verantwortung dafür, dass aus Ärger Abhängigkeit geworden ist, trägt jedoch der Süchtige allein. "Wenn ich mir die Schuld gebe, bin ich verstrickt und kann bei der Überwindung der Sucht nicht hilfreich sein", sagt Maria Surges-Brilon, Leiterin der Caritas-Suchtberatung in Euskirchen.

Beziehungskrankheit Sucht

Angehörige merken meist schon viel früher als der Betroffene, dass seine Sucht ein ernstes Problem ist und die gesamte Familien darunter leidet. Oft sind sie es, die dem Süchtigen durch offene Gespräche dabei helfen zu akzeptieren, dass er Suchtprobleme hat oder krank ist. Sie können eine Sucht aber auch durch falsches Verhalten verlängern. Wenn sie den Abhängigen zum Beispiel dabei unterstützen, seine Sucht zu verheimlichen und dafür sorgen, dass er die Folgen seiner Sucht nicht selber tragen muss.

Dieses co-abhängige Verhalten erreicht seinen Höhepunkt, wenn sich alles im Leben nur noch um die Suchtkrankheit des anderen dreht. Wenn jemand das Gefühl braucht, Retter des geliebten Menschen zu sein. Ganz wichtig also: Immer wieder neu abwägen, wo man wirklich hilfreich eingreifen kann und wo man besser nichts tut, damit der Betroffene die Verantwortung übernehmen muss.

Fürsorge hat Grenzen

Die Sorge der Partnerinnen und Partner ist eine wichtige Triebfeder, um die eigene Abhängigkeit zu überwinden. Die meisten Süchtigen gehen den Weg zu einer Beratungsstelle vor allem ihren Angehörigen oder ihrer Beziehung zuliebe. Es ist also gut, dem Betroffenen eigene Beobachtungen und Empfindungen zu dessen Sucht ehrlich zu spiegeln. Und das ohne Vorwurf, sondern mit der Botschaft: Du bist mir wichtig, ich will dir da raus helfen und deshalb sage ich dir das.

Alle Fürsorge hat aber Grenzen - nämlich da, wo das erträgliche Maß an Belastung für den gesunden Partner überschritten ist. Oder vor allem da, wo sie ihre Kinder vor der Unkontrolliertheit eines Süchtigen schützen müssen. Da hilft dann leider nur noch eines: Gehen.

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Der Schlüssel zur Arbeit

Flüchtling mit CaritashelferinDer Besuch von Integrationskursen hilft in Deutschland zurecht zu kommen.Deutscher Caritasverband / Fotograf: Harald Oppitz

"Wir wollten, dass unsere Kinder in Deutschland aufwachsen. Deshalb sind wir seit 2008 hier. Ich habe eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Irgendwann will ich mal deutscher Staatsbürger werden. Aber damit habe ich es nicht eilig. In Mexiko habe ich als studierter Kommunikationswissenschaftler in einer Werbeagentur gearbeitet.
Als ich hier ankam, hatte ich zunächst keine Arbeit. Ich wollte meinen Tag strukturieren und meine Zeit nutzen, um Deutsch zu lernen. Das ist der Schlüssel, um eine Arbeitsstelle zu finden. Ich erfuhr von den Integrationskursen und wusste gar nicht, dass ich einen machen musste, weil ich kein Deutsch sprach. Ich hätte mich ohnehin darum bemüht, weil er der billigste Deutschkurs war, den ich bekommen konnte. Pro Stunde musste ich einen Euro bezahlen. Die Ausländerbehörde stellte mir eine Teilnahmeberechtigung aus. 

Ein Jahr lang Deutsch lernen
Ich besuchte einen Kurs bei der Volkshochschule. Er umfasste 645 Unterrichtsstunden und dauerte ungefähr ein Jahr, täglich drei Stunden lang. Am Anfang waren wir etwa 20 Personen. Aber nicht alle haben den Kurs zu Ende gemacht. Es waren Türken, Araber, Russen, Afrikaner und Leute aus den Balkanstaaten dabei. Sie brachten sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit: Manche hatten studiert, auch eine Ärztin war dabei. Andere hatten nur eine geringe Schulbildung. Für sie ist es sehr schwer Deutsch zu lernen. Einige, die dazu verpflichtet waren, hatten gar keine Motivation. Es wäre gut, die Kurse in unterschiedlichen Niveaus anzubieten. Die Dozenten hatten sehr viel Geduld und haben sich große Mühe gegeben.

Am Ende steht die Zertifizierung
Am Ende der Sprachkurseinheiten musste ich eine mündliche und eine schriftliche Prüfung machen. Eine Aufgabe war, einen Brief zu schreiben. Danach kam noch ein Orientierungskurs, in dem ich etwas über deutsche Geschichte gelernt habe und wie der deutsche Staat und die Gesellschaft funktionieren. Auch daran schloss sich eine Prüfung an. Beide habe ich bestanden, und ich bekam ein Zertifikat. Jetzt mache ich noch einen berufsbezogenen Integrationskurs."

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