URL: www.caritas-bayern.de/beitraege/meine-rolle-in-der-partnerschaft-finden/63483/
Stand: 28.01.2016

Gut zu wissen

Co-Abhängigkeit

Meine Rolle in der Partnerschaft finden

Angehörige tragen an der Sucht keine Schuld. Auch nicht, wenn es zu Hause oft Streit gegeben hatte. Es ist zwar gut, selbstkritisch darüber nachzudenken, ob man zu den Ursachen beigetragen hat. Die Verantwortung dafür, dass aus Ärger Abhängigkeit geworden ist, trägt jedoch der Süchtige allein. "Wenn ich mir die Schuld gebe, bin ich verstrickt und kann bei der Überwindung der Sucht nicht hilfreich sein", sagt Maria Surges-Brilon, Leiterin der Caritas-Suchtberatung in Euskirchen.

Beziehungskrankheit Sucht

Angehörige merken meist schon viel früher als der Betroffene, dass seine Sucht ein ernstes Problem ist und die gesamte Familien darunter leidet. Oft sind sie es, die dem Süchtigen durch offene Gespräche dabei helfen zu akzeptieren, dass er Suchtprobleme hat oder krank ist. Sie können eine Sucht aber auch durch falsches Verhalten verlängern. Wenn sie den Abhängigen zum Beispiel dabei unterstützen, seine Sucht zu verheimlichen und dafür sorgen, dass er die Folgen seiner Sucht nicht selber tragen muss.

Dieses co-abhängige Verhalten erreicht seinen Höhepunkt, wenn sich alles im Leben nur noch um die Suchtkrankheit des anderen dreht. Wenn jemand das Gefühl braucht, Retter des geliebten Menschen zu sein. Ganz wichtig also: Immer wieder neu abwägen, wo man wirklich hilfreich eingreifen kann und wo man besser nichts tut, damit der Betroffene die Verantwortung übernehmen muss.

Fürsorge hat Grenzen

Die Sorge der Partnerinnen und Partner ist eine wichtige Triebfeder, um die eigene Abhängigkeit zu überwinden. Die meisten Süchtigen gehen den Weg zu einer Beratungsstelle vor allem ihren Angehörigen oder ihrer Beziehung zuliebe. Es ist also gut, dem Betroffenen eigene Beobachtungen und Empfindungen zu dessen Sucht ehrlich zu spiegeln. Und das ohne Vorwurf, sondern mit der Botschaft: Du bist mir wichtig, ich will dir da raus helfen und deshalb sage ich dir das.

Alle Fürsorge hat aber Grenzen - nämlich da, wo das erträgliche Maß an Belastung für den gesunden Partner überschritten ist. Oder vor allem da, wo sie ihre Kinder vor der Unkontrolliertheit eines Süchtigen schützen müssen. Da hilft dann leider nur noch eines: Gehen.

Links

Nachgefragt

Sucht im Alter

Alles halb so wild?

Selbst erlebt

Angehörige von Süchtigen

„Ich habe gelernt, für mich Sorge zu tragen“

Selbst erlebt

Mein Traummann trinkt

Ich, er und der Alkohol

Newsletter

Januar 2014

Newsletter Gesund führen

Download

Newsletter Januar 2014

Predigt zum Thema "Marta Maria" von Pfarrer Josef Kurz

Gesund und fit am Arbeitsplatz

Copyright: © caritas  2019