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Stand: 28.01.2016

Service

Selbsttest Alkohol

Ein Bierchen in Ehren …

Junger Mann auf Sofa mit Bier in der HandWie viel Alkohol am Tag ist okay? ©Spectral-Design - stock.adobe.com

Lächerlich, findet das Herr Schmitt. Er trinkt doch höchstens zwei, drei Flaschen Pils vor dem Fernseher. Zur Entspannung. Aber wenn er wollte, könnte er den Alkohol weglassen, glaubt Schmitt. Er ist doch nicht süchtig! Oder doch?

Lust auf immer mehr

Schmitt muss aufpassen: „Regelmäßiges Trinken kann zu einer Abhängigkeit führen”, warnt Suchtexperte Wolfgang Scheiblich, Geschäftsführer des Katholischen Verbandes für soziale Dienste (SKM) in Köln. „Man merkt, dass der häufige Konsum zur Sucht wird, wenn man eine immer größere Menge Alkohol braucht. Das heißt: Statt einer Flasche Bier muss ich heute zwei oder drei trinken, um das gleiche gute Gefühl zu erlangen wie im Jahr vorher. Der Körper hat sich an die Menge gewöhnt.“ Diese dauernde Dosissteigerung ist so schleichend, dass viele sie erst sehr spät bemerken. „Zuerst geht es einem gut damit, es gibt keine negativen Folgen, man kann noch seine Aufgaben erfüllen“, sagt Scheiblich. Der Weg in die Krankheit kann leicht Jahre dauern.

Wenn Trinken zur Freizeitbeschäftigung wird

Um nicht in die Sucht hineinzuschlittern, ist es wichtig, früh den eigenen Alkoholkonsum zu hinterfragen. So sollten alle Alarmglocken läuten, wenn Bier, Schnaps oder Wein nicht mehr nur zu bestimmten Gelegenheiten, auf Festen oder mit Freunden in der Kneipe genossen wird. Wenn sich das Trinken zur alltäglichen, einsamen „Freizeitbeschäftigung“ verändert. Skeptisch sollte auch derjenige werden, der es oft nicht schafft, eine absolute Abstinenz in bestimmten Lebenswelten durchzuhalten: Wenn ich arbeite, trinke ich vorher nicht. Wenn ich Auto oder Fahrrad fahre, trinke ich nicht. Wenn ich schwanger bin, trinke ich nicht. Hilfe bei der objektiven Selbsteinschätzung geben anonyme Tests im Internet – und Menschen, die einen gut kennen.

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Nachgefragt

Sucht im Alter

Alles halb so wild?

Checkliste

Selbstmotivation

Zehn Gründe aus der Sucht auszusteigen

Checkliste

Alarmsignale erkennen

Wie machen sich Süchte bemerkbar?

Gut zu wissen

Familienzusammenführung

Wenn Kinder und Ehegatten nachkommen möchten

Ausländischer Vater mit seiner TochterGroße Freude herrscht, wenn Kinder und Ehegatten auch nach Deutschland kommen können.DCV/KNA Harald Oppitz

Wann ist eine Familienzusammenführung möglich?

  • Für die Angehörigen von Bürgerinnen und Bürgern aus der EUgelten die großzügigsten Regeln. Ehegatten sowie Kinder und Enkel bis 21 Jahre können nachziehen. Sie müssen nur das Verwandtschaftsverhältnis nachweisen. Der Lebensunterhalt muss nur in Ausnahmefällen aus eigenen Mitteln gesichert sein. Auch ältere Abkömmlinge und eigene Eltern dürfen kommen, sofern sie von dem, der die Zusammenführung veranlasst hat, einen Unterhalt bekommen.
  • Für ausländische Angehörige von Deutschen gilt, dass Ehegatten und Kinder bis 18 Jahre nachziehen können. Der Lebensunterhalt für die Kinder muss gar nicht, für den Ehegatten nur in Ausnahmefällen aus eigenen Mitteln gesichert sein. Die Ehegatten müssen in der Regel nachweisen, dass sie einfache Deutschkenntnisse haben. Von dieser Voraussetzung wird abgesehen, wenn Bemühungen zum Erwerb einfacher Sprachkenntnisse im Einzelfall nicht möglich, nicht zumutbar oder nicht innerhalb eines Jahres erfolgreich sind.
  • Für die meisten anderen Ausländerinnen und Ausländer gilt, dass theoretisch Ehegatten und Kinder bis 18 Jahre nachziehen können – wobei dies bei Kindern über 16 Jahren nur in Ausnahmefällen gilt. Die Ehegatten müssen nachweisen, dass sie einfache Deutschkenntnisse haben. Auch hier gilt, dass von dieser Voraussetzung abgesehen wird, wenn Bemühungen zum Erwerb einfacher Sprachkenntnisse im Einzelfall nicht möglich, nicht zumutbar oder nicht innerhalb eines Jahres erfolgreich sind. Das Urteil des EuGH, dass es zusätzlich eine generelle Ausnahme für die Ehegatten von türkischen Staatsangehörigen geben muss, wurde nur dahingehend umgesetzt, dass auch hier die Ausnahmeregelungen im Einzelfall gelten. Der Lebensunterhalt für die ganze Familie muss in der Regel aus eigenen Mitteln gesichert sein.
  • Anerkannte Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge haben ebenfalls ein Recht auf Familiennachzug. Dieser kann erst nach einer Anerkennung beantragt werden, nicht während eines laufenden Asylverfahrens. Dazu müssen die Ehegatten, Kinder oder Eltern (bei Nachzug zu minderjährigen Kindern) einen Visumsantrag bei der für sie zuständigen Auslandsvertretung (Konsulat oder Botschaft) stellen und dort persönlich vorsprechen. Wenn innerhalb von drei Monaten nach der Anerkennung das Visum beantragt oder eine sogenannte "fristwahrende Anzeige" über das Webportal des Auswärtigen Amts gestellt wird, kann eine Ausnahme von der Regel gemacht werden, dass der Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln gesichert sein muss. Beim Nachzug von Eltern zu minderjährigen Kindern ist keine solche Frist zu beachten. Für subsidiär Schutzberechtigte ist das Recht auf Familiennachzug bis zum 16.3.2018 ausgesetzt.
    Menschen, die aus bestimmen humanitären Gründen in Deutschland bleiben dürfen, etwa weil sie wegen einer schweren Erkrankung nicht abgeschoben werden können, mit einer Duldung oder mit einem Bleiberecht für Langzeitgeduldete in Deutschland leben, haben kein Recht auf Familiennachzug.

Einzelprüfung bei Härtefällen

In besonderen Härtefällen können auch andere Verwandte als die Ehegatten und minderjährige Kinder zu Deutschen oder Nicht-EU-Bürgern einreisen: Wird die Mutter im Herkunftsland pflegebedürftig und es gibt niemand, der sich um sie kümmern könnte, darf sie vielleicht zu ihren erwachsenen Kindern nach Deutschland ziehen. Ebenso wenn ein hier lebender Ausländer die Hilfe von Angehörigen braucht, darf unter Umständen die erwachsene Tochter aus dem Herkunftsland einreisen, um ihn zu pflegen. Das hängt jeweils vom Einzelfall ab und ist ins Ermessen der Ausländerbehörde gestellt.

Was ist vor der Einreise zu tun?

Wer aus einem Land mit Visumspflicht als Familienangehöriger nach Deutschland einreisen will, beantragt bei der deutschen Botschaft in seinem Herkunftsland ein Visum zum Zweck der Familienzusammenführung. Dann wird von der Botschaft und der örtlichen Ausländerbehörde geprüft, ob die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Einige Länder sind von der Visumspflicht ausgenommen: US-Bürger beispielsweise können ohne Visum einreisen, heiraten und in Deutschland bleiben, sofern die sonstigen Voraussetzungen des Ehegattennachzugs erfüllt sind.

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Für eine neue Bleiberechtslösung

Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der EKD und Pro Asyl haben gemeinsam die Broschüre "Für eine neue Bleiberechtsregelung" herausgegeben. Darin werden die bisherigen Bleiberechtsregelungen erläutert und die Defizite anhand zahlreicher Beispielfälle benannt. Aus den Defiziten wurden grundsätzlich Anforderungen an eine neue Bleiberechtsregelung formuliert.

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