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Stand: 28.01.2016

Gut zu wissen

Kindergeld und Co.

Finanzielle Hilfen vor und nach der Geburt

Porträt einer jungen FrauEs gibt zahlreiche Hilfen, die werdende Mütter und Eltern unterstützen.DCV/ Margit Wild

Hilfen während der Schwangerschaft

Es gibt einige Stellen, die Schwangere und Familien finanziell unterstützen, wenn das Geld knapp wird. Über alle Leistungen erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Schwangerschaftsberatungsstelle. Die Mitarbeiterinnen können Ihnen sagen, welche Einkommensgrenzen es gibt, mit Ihnen die Anträge ausfüllen oder Sie an die richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

Geld vom Staat

Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Sozialhilfe beantragen. Jobcenter oder Sozialamt zahlen werdenden Müttern dann nach der zwölften Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf und die Erstausstattung für Schwangerschaft und Baby. Wichtig: Erst den Antrag stellen, dann notwendige Schwangerschaftskleidung oder Babysachen kaufen und die Quittungen aufbewahren.

Geld von Stiftungen

Wenn die Sozialleistungen des Staates nicht ausreichen, können Stiftungen helfen. Die Bundesstiftung Mutter und Kind bezahlt zum Beispiel ergänzende Hilfen. Unter bestimmten Bedingungen übernimmt sie auch die Kosten einer Babyerstausstattung. Die Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas und des SkF kennen die Kriterien der Stiftung und prüfen, ob sich ein Antrag lohnt.

Daneben gibt es auch Gelder von Länderstiftungen: Hier sind die Einkommensgrenzen und die Leistungen nicht einheitlich geregelt und es gibt unterschiedliche Ansprechpartner. Auch hier helfen die Berater(innen) der Caritas weiter.

Geld von der Kirche

Liegt eine besondere Notlage vor, können hilfsbedürftige Frauen von katholischen Beratungsstellen finanzielle Unterstützung aus kirchlichen Fonds erhalten. Bei einem Schwangerschaftskonflikt gibt es innerhalb der ersten zwölf Wochen noch besondere Möglichkeiten, hier hilft die Beratungsstelle weiter.

Mutterschutz

Der Mutterschutz gilt für werdende Mütter ab sechs Wochen vor dem Geburtstermin und bis acht Wochen nach der Geburt. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten sind es zwölf Wochen. In dieser Zeit dürfen sie nicht arbeiten und sie dürfen nicht gekündigt werden. In den meisten Fällen sorgen das Mutterschaftsgeld und eine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers dafür, dass das Einkommen der werdenden Mütter nicht sinkt.

Mutterschaftsgeld

Generell gilt: Das Mutterschaftsgeld beantragen Sie mit der ärztlichen Bescheinigung über den Geburtstermin bei Ihrer Krankenkasse.

  • Bei gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse bis zu 13 Euro pro Tag. Der Arbeitgeber stockt den Kassen-Betrag auf, bis die Summe dem Durchschnitts-Netto-Verdienst der vergangenen drei Monate entspricht.
  • Sind Sie privat versichert, bekommen sie etwas weniger als Sie zuvor netto verdient haben. Sie erhalten keinen Tagessatz von der Krankenkasse, sondern eine einmalige Zahlung vom Bundesversicherungsamt. Der Arbeitgeber berechnet seinen Zuschuss aber so, als wären Sie gesetzlich versichert.
  • Als Selbstständige erhalten Sie Mutterschaftsgeld, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind und Anspruch auf Krankengeld haben. Dann zahlt Ihnen die Krankenkasse Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes.
  • Hausfrauen, die über ihren Mann gesetzlich krankenversichert sind, bekommen kein Mutterschaftsgeld.

Elternzeit

Schwangere mit Kind und Mann auf dem SpielplatzNach der Geburt eines Kindes gibt es einiges zu regeln. Die Schwangerschafts-beraterinnen stehen Ihnen auch hier mit Rat und Tat zur Seite. DCV/ Margit Wild

Wer als Arbeitnehmer sein Kind selbst betreuen will, hat Anspruch auf bis zu drei Jahre Elternzeit.

Für Kinder, die bis Ende 2014 geboren sind, gilt: Stimmt der Arbeitgeber zu, können maximal zwölf Monate davon auch zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genommen werden.

Für Kinder, die nach dem 1. Januar 2015 geboren sind, können bis zu zwei Jahre der Elternzeit in den Zeitraum zwischen drittem und achtem Lebensjahr verlagert werden.

Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht mehr nötig. 

Elterngeld und Elterngeld Plus

Elterngeld erhalten Eltern nach Geburt ihres Kindes. Wie hoch dies ausfällt, lässt sich über den Elterngeldrechner des Familienministeriums online ermitteln. 

Für Geburten bis 30.6.2015 gilt:

Das Elterngeld richtet sich nach dem Nettolohn des vergangenen Jahres vor Geburt des Kindes: Haben Sie mehr als 1.200 Euro verdient, bekommen Sie ein Jahr lang 65 Prozent des früheren Gehalts, maximal aber 1.800 Euro. Waren es weniger als 1.200 Euro netto, erhalten Sie 67 Prozent Ihres früheren Netto-Einkommens. Beteiligt sich auch Ihr Partner an der Kinderbetreuung und setzt dafür mindestens zwei Monate im Beruf aus, gibt es insgesamt 14 Monate lang Elterngeld. Alleinerziehende bekommen immer die vollen 14 Monate gezahlt.

Geringverdienende Eltern werden zusätzlich unterstützt. Liegt das Nettoeinkommen eines betreuenden Elternteils vor der Geburt des Kindes unter 1.000 Euro monatlich, wird die Ersatzrate in kleinen Schritten von 67 Prozent auf bis zu 100 Prozent erhöht.

Arbeitslosengeld-II-Empfänger gehen letztlich leer aus, wenn sie vor Geburt nicht erwerbstätig waren. Sie erhalten zwar die 300 Euro Mindest-Elterngeld. Diese werden ihnen aber auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. 

Für Geburten ab 1.7.2015 gilt: 

Das Elterngeld Plus ermöglicht es, Teilzeitarbeit und Elterngeld miteinander zu kombinieren. Wer frühzeitig wieder in Teilzeit in den Beruf einsteigt, bekommt länger Elterngeld: Aus jedem Elterngeld-Monat in Teilzeit werden zwei Elterngeld Plus-Monate. Wenn beide Elternteile während des Elterngeld-Bezugs 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten, bekommen sie zusätzlich den sogenannten Partnerschaftsbonus. Das heißt, ihr Elterngeld Plus verlängert sich um bis zu vier Monate. 

Weiterführende Informationen  

Bayern, Sachsen und Thüringen zahlen derzeit auch noch ein Landeserziehungsgeld. Die Modalitäten, Fristen und Termine der Antragstellung sind in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Deshalb sollten sich Eltern frühzeitig erkundigen, wann sie den Antrag stellen müssen.

Kindergeld

Kindergeld gibt es für alle Kinder bis zum Alter von 18 Jahren. Sind sie in Ausbildung, können ihre Eltern das Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr beziehen. Sind die Kinder arbeitslos, gibt es bis zum ihrem 21. Lebensjahr Kindergeld. Den Antrag können Eltern bei der Familienkasse stellen. Die finden Sie bei der für Ihre Gemeinde zuständigen Agentur für Arbeit.

Für die ersten beiden Kinder zahlt die Familienkasse 194 Euro monatlich, für das dritte 200 Euro und für jedes weitere 225 Euro (Stand: Januar 2018). 

Hilfen für Familien in Geldnot

Wohngeld

Beim örtlichen Wohngeldamt können Sie einen Zuschuss zu den Mietkosten oder für selbst genutzte Eigentumswohnungen stellen.

Arbeitslosengeld II und Sozialgeld 

Wer seinen Lebensunterhalt nicht oder nicht vollständig aus seinem Verdienst bestreiten kann oder keine Arbeitsstelle hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Für Kinder gibt es das sogenannte Sozialgeld. Beides beantragen Sie beim örtlichen Jobcenter

Kinderzuschlag

Familien, deren Einkommen zwar für den Unterhalt der Eltern, nicht aber für den Unterhalt der Kinder reicht, können einen Kinderzuschlag beantragen. Die Höhe des Kinderzuschlages bemisst sich nach dem Einkommen und Vermögen der Eltern und der Kinder. Er beträgt seit Januar 2017 höchstens 170 Euro pro Monat und Kind. Wer nur von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe lebt, hat keinen Anspruch auf den Kinderzuschlag.

Den Antrag müssen Sie bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit stellen. 

Kinderbetreuungskosten

Das Jugendamt übernimmt in manchen Fällen über die „wirtschaftliche Jugendhilfe“ ganz oder teilweise die Kosten für die Kita oder auch für eine Tagesmutter. In manchen Krippen und Kitas sind die Beiträge auch sozial gestaffelt.

Jugendliche Schwangere

Auch jugendliche Schwangere unter 25 Jahren, die zu Hause wohnen und über kein eigenes Einkommen verfügen, haben Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Das Einkommen der Eltern spielt dabei keine Rolle.

Alleinerziehende

Wer ein Kind alleine groß zieht, kann in finanzielle Engpässe kommen. Damit das nicht passiert, gibt es hier „5 Tipps von Juliane".  Seit Juli 2017 gelten die neuen Regelungen für den Unterhaltsvorschuss

Sonstige allgemeine Leistungen

Hebamme

Schwangere haben Anspruch auf eine Hebamme, einen Geburtsvorbereitungskurs und Wochenbettbetreuung. Für die Kosten kommt die Krankenkasse auf. Informationen darüber haben Frauenärztinnen und -ärzte.

Versorgung mit Arzneimitteln

Schwangere haben Anspruch auf die Versorgung mit Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel.

Entbindung

Schwangere haben Anspruch auf ambulante oder stationäre Entbindung. Im Krankenhaus zahlt die Krankenkasse die Kosten für die Unterkunft, die Pflege und die Verpflegung von Mutter und Kind.

Haushaltshilfe

Lebt die Mutter allein und ist wegen der Schwangerschaft  oder der Entbindung nicht in der Lage, den Haushalt zu führen und hat keine Person, die das übernehmen kann, so kann sie eine Haushaltshilfe beantragen.


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Unsere erfahrenen Beraterinnen der Online-Schwangerenberatung helfen Ihnen wochentags innerhalb von 24 Stunden – auch im Chat.  

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Gesetz trifft Leben

Ein-Eltern-Familien

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

Selbst erlebt

Angehörige von Süchtigen

„Ich habe gelernt, für mich Sorge zu tragen“

Ältere Dame Sich selbst wichtignehmen: Ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Co-Abhängigkeit Fotolia

"Die Flasche steht oft zwischen uns", sagt Susanne H. ganz sachlich, wenn sie über die Alkoholkrankheit ihres Freundes spricht. "Ich verstehe seinen Druck trinken zu müssen nicht und habe dieses Teufelszeug schon oft verflucht." Mittlerweile hat sie gelernt, mit ihrer Wut, ihrer Enttäuschung, ihrer Hilflosigkeit zu leben. "Ich weiß, ich kann seine Abstürze nicht verhindern, und ich kann ihn auch nicht retten. Ich kann nur gut für mich sorgen, um nicht auf der Strecke zu bleiben."

Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich

Was sich im ersten Moment herzlos anhört, ist eine wichtige Erkenntnis für Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen von Suchtkranken: Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Fast alle abhängigen Menschen können ihre Sucht lange Zeit verbergen, weil es in ihrer Umgebung Menschen gibt, die - in bester Absicht - versuchen zu helfen. Sie gießen Alkohol ins Waschbecken, verstecken Tabletten, erfinden Ausreden, erledigen Pflichten, bügeln Fehler aus, sperren Konten, regeln Behördengänge.

Vertuschen hilft niemand

"Ich habe das Alkoholproblem meines Freundes lange kaschiert und ihn geschützt. Aus Angst und Scham habe ich solange versucht, das Problem schön zu reden, bis ich selbst nicht mehr konnte und am Ende war. Über Freunde habe ich von der Caritas-Beratungsstelle erfahren und die erste Zeit in der Angehörigengruppe habe ich immer gedacht, dass ich hier nicht hin gehöre. Aber genau hier versteht man meine Gefühle, meine Unsicherheit, meine Sorgen. Alle kennen die Höhen und Tiefen im Leben mit Abhängigen und ich weiß nun, dass ich nicht alleine damit bin. Niemand wird verurteilt, aber man bekommt Feedback und ehrliches Verständnis."

Isolation und Überforderung vermeiden

Lebens- oder Ehepartner, Eltern, Geschwister, Kinder oder Freunde von Suchtkranken tun sich meist schwer zu erkennen, dass ihre Unterstützung die Sucht stabilisiert. Erst wenn sie ihre Hilfe entziehen, sind Suchtkranke gezwungen, die Folgen ihres Verhaltens selbst zu tragen. "Allein die Tatsache, dass ich regelmäßig in die Gruppe ging und etwas für mich getan habe, hat meinen Freund verunsichert und bei ihm eine Auseinandersetzung mit seiner Sucht in Gang gesetzt. Durch Vorhaltungen oder Streit hatte ich das vorher nicht erreicht." Angehörigengruppen sind ein Forum um sich auszutauschen, Isolation und Überforderung zu vermeiden, die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern, aber auch individuelle Grenzen auszuloten. Oder wie Susanne H. es ausdrückt: "Ich habe keine Angst vor der Zukunft, denn ich habe gelernt, für mich Sorge zu tragen."

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Selbst erlebt

Mein Traummann trinkt

Ich, er und der Alkohol

Gut zu wissen

Umgang mit Abhängigen

Gut gemeint ist nicht immer gut geholfen

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Alles halb so wild?

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