München. Etwa 20 bayerische
Bundestagsabgeordnete machen am 28. und 29. April 2003 ein Praktikum in einer
katholischen Einrichtung der Jugendberufshilfe. Anlässlich des bundesweiten
Aktionstages "Jugend braucht Arbeit - Wir arbeiten Sie ein!“ informieren sie
sich über die Probleme von benachteiligten Jugendlichen.
Der Aktionstag will auf die schwierige Situation
von benachteiligten Jugendlichen am Arbeitsmarkt hinweisen. Politikerinnen und
Politiker sollen für den Erhalt und Ausbau der Hilfen im Übergang in
Qualifizierung und Beschäftigung gewonnen werden.
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junge Menschen unter 25 Jahren waren im März 2003 in Bayern arbeitslos.
Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind junge Menschen, die sozial
benachteiligt sind: Jugendliche ohne Schulabschluss, Jugendliche mit sozialen
oder psychischen Problemen, ausländische Jugendliche. Zu der ohnehin prekären
Situation auf dem Arbeitsmarkt drohen nun im Rahmen der Umsetzung der
„Hartz-Gesetze“ Kürzungen, die die Arbeit der berufsbezogenen Jugendhilfe
massiv gefährden.
Die Politikerinnen und Politiker werden in den
Einrichtungen informiert, diskutieren mit jungen Menschen und werden auch
mitarbeiten. Zu den Politikern, die sich am Aktionstag beteiligen, gehören Dr.
Wolfgang Bötsch (CSU) in Würzburg, Dr. Axel Berg (SPD) und Georg Fahrenschon
(CSU) in München, Josef Göppel (CSU) in Weißenburg, Brunhilde Irber (SPD) in
Spiegelau und Horst Kubatschka (SPD) in Kelheim.
Die Arbeit der Einrichtungen der Jugendberufshilfe richtet
sich vor allem an Jugendliche mit sozialen Benachteiligungen und individuellen
Qualifizierungshemmnissen. Die Einrichtungen der Jugendberufshilfe in
katholischer Trägerschaft stehen diesen Jugendlichen in ihrer schwierigen Lage
zur Seite. Sie unterstützen ihre berufliche und soziale Integration durch
berufsorientierende, berufsvorbereitende, ausbildungs- und
beschäftigungsbegleitende Hilfen. Ergänzende Angebote zur Ausbildung,
Qualifizierung und Beschäftigung gehören ebenfalls dazu.
Sozialpolitische Forderungen
Anlässlich des Aktionstages forderte
Pater Josef Grünner, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische
Jugendsozialarbeit in Bayern, die Bundesanstalt für Arbeit sowie die
Arbeitsämter in Bayern auf, ihren Blick nicht nur auf die Leistungsstärkeren,
besser vermittelbaren Arbeitssuchenden zu richten: „Die Tatsache, dass sich so
viele Abgeordnete an dem Aktionstag beteiligen und in einer unserer
Einrichtungen aktiv mitmachen bestätigt uns im hohen Stellenwert und in der
gesellschaftlichen Bedeutung unserer Arbeit“, so Grünner. „Dem müssen nun auch
Taten der politisch Verantwortlichen folgen. Kürzungen in der Jugendberufshilfe
stellen für Tausende junger Menschen ihre berufliche Perspektive und somit ihre
gesellschaftliche Beteiligung in Frage.“
In der bayerischen „Landesarbeitsgemeinschaft
Katholische Jugendsozialarbeit (LAG KJS)“ sind über 60
Einrichtungen der Jugendberufshilfe
zusammengeschlossen, in denen jährlich mehr als 5.000 sozial benachteiligte
oder individuell beeinträchtigte junge Menschen bis 27 Jahren durch
berufsvorbereitende, berufsausbildende, ausbildungsbegleitende und sonstige
Maßnahmen in ihrer schulischen, beruflichen, sozialen und persönlichen
Entwicklung gefördert werden.
Der Aktionstag wird bundesweit veranstaltet vom „arbeit für alle e. V.“
als Initiative im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der
„Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V.“
Weitere Informationen zum Aktionstag in Bayern
gibt es bei
Michael Kroll, dem
Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft KJS (Landes-Caritasverband,
Telefon 089/54497-140 oder Handy 0175/4378806,
michael.kroll@caritas-bayern.de).