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Stand: 31.01.2020

Pressemitteilung

Bahnhofsmission

Ehrenamtliche brauchen hauptberufliche Begleitung

"Wir brauchen mehr finanzielle Mittel, um Ehrenamtliche qualifiziert fortbilden und begleiten zu können." Das forderte die Landesvorsitzende von IN VIA Bayern, Adelheid Utters-Adam, bei einem Pressegespräch der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege mit der Ehrenamtsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Eva Gottstein, am Freitag, 6. Dezember.
Stellvertretend für den Landes-Caritasverband stellte IN VIA Bayern das Engagement von Ehrenamtlichen in der Bahnhofsmission vor.

Die Referentin für die Bahnhofsmissionen in Bayern, Hedwig Gappa-Langer (IN VIA Bayern), erklärte, die Arbeit der Bahnhofsmissionen gäbe es ohne ehrenamtliches Engagement nicht. Für viele Menschen sei die Bahnhofsmission, "die erste und oftmals auch die letzte Anlaufstelle". Die Herausforderungen an die Bahnhofsmissionen nehmen seit Jahren deutlich zu. "Es kommen immer mehr Menschen mit vielfältigen Problemlagen zu uns", sagte Gappa-Langer. Sie hätten oftmals keine andere Anlaufstelle oder hätten zum Beispiel aufgrund von psychischen Erkrankungen das Hilfesystem mehrfach durchlaufen. Um Ehrenamtliche auf diese Gäste in äußerst schwierigen Lebenssituationen vorzubereiten, brauche es regelmäßige, qualifizierte Fortbildungen.

Stefan Dittrich (rechts im Bild) macht einmal in der Woche in der Bahnhofsmission München Nachtdienst. Er berichtete von den manchmal sehr herausfordernden Begegnungen mit Menschen ohne Obdach, Suchtkranken oder suizidgefährdeten Menschen. "Wenn uns die Polizei eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern bringt, die vor Gewalt in den eigenen vier Wänden geflohen ist, bieten wir einen Ort, wo sie die Nacht in Ruhe und Sicherheit verbringen können", erzählte Dittrich. Das sei dann in diesem Augenblick das Wichtigste, das weitere ergebe sich am nächsten Tag. Die Arbeit der etwa 150 Ehrenamtlichen in der Bahnhofsmission in München funktioniere auch deshalb so gut, weil dort hauptberufliche Ehrenamtskoordinatoren unterstützend tätig seien. "Leider gibt es das nur in München, wir brauchen das auch an anderen Standorten in Bayern", ergänzte Gappa-Langer. (Text: ua)

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