Fast 300.000 Menschen von
sechs bis 90 Jahre kamen 2004 in die Bahnhofsmissionen in Bayern. Von Kempten
bis Hof und Augsburg bis Passau haben die Mitarbeiterinnen der 14
Bahnhofsmissionen rund 800 Menschen täglich betreut und sie mit über 2.300
kleinen und großen Hilfen jeden Tag unterstützt. Sie gaben Auskunft, halfen mit
warmer Kleidung oder kleinen Stärkungen, führten intensive Beratungsgespräche
oder vermittelten die Hilfesuchenden an Fachstellen.
„Ich habe in den vergangenen
Monaten die Bahnhofsmissionen als moderne soziale Einrichtungen kennen gelernt,
die eine wichtige Lücke im sozialen Netz vor Ort schließen.“ So berichtet Hedwig
Gappa-Langer, die neue Landesreferentin des IN VIA Landesverbandes Bayern, die
für die Bahnhofsmissionen in katholischer Trägerschaft zuständig ist.
„Gleichzeitig unterstützen die Bahnhofsmissionen Menschen, die in ihrer
Mobilität eingeschränkt sind. So haben ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergangenes
Jahr 40.000 älteren oder behinderten Menschen beim Ein- und Umsteigen geholfen.
Sie sichern damit vielen ein heiß ersehntes Stück Freiheit.“
Bedingt durch ihre Lage sind
die Bahnhofsmissionen Seismografen gesellschaftlicher und sozialer Veränderungen.
So zeigte die Jahresstatistik 2004, dass deutlich mehr Menschen mit psychischen
Schwierigkeiten sowie Frauen mit unterschiedlichen Problemlagen in die
Bahnhofsmissionen kamen. „Frauen sind die ersten, die durch das soziale Netz
fallen und ausgebeutet werden, wenn die Zeiten härter werden
,“
so Schwester Monika Plank CS, die Leiterin der katholischen Bahnhofsmission
München. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass Frauen in akuten Notlagen bei
uns in den Räumen geschützt die Nacht verbringen können. Am nächsten Morgen
versuchen wir dann im Gespräch mit ihnen Lösungen zu finden.“
Die Leiterinnen der
bayerischen Bahnhofsmissionen sehen es als äußerst beunruhigend, dass immer
mehr Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Hilfe benötigen. Dies wurde
auf einer Fachtagung im März deutlich. Da es für sie kaum Angebote im sozialen
Netz gibt, sind die Bahnhofsmissionen häufig einziger Ankerpunkt in ihrem
Leben.
Die Aufgaben in den
Bahnhofsmissionen nehmen zu und werden komplexer. Gleichzeitig wurden die
Budgets der Bahnhofsmissionen in den letzten beiden Jahren deutlich gekürzt. Um
diesen Spagat zu bewältigen, helfen jetzt bereits fast zweihundert ehrenamtlich
tätige Frauen und Männer in Bayerns Bahnhofsmissionen. Weitere werden benötigt.
Zudem sind die Bahnhofsmissionen dringend auf Geldspenden angewiesen, um ihr
Angebot aufrechterhalten zu können. „Es ist uns wichtig, dass wir den Menschen
kompetent helfen. Damit dies gelingt, bieten wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Schulungen und Fortbildungen. Aber auch dies kostet Zeit und Geld
,“
so Angelika Blenk von IN VIA Würzburg, dem Träger der
katholischen Bahnhofsmission in Schweinfurt.
Spendenkonto:IN VIA
Landesverband Bayern e.V. Bankverbindung: LIGA-Bank München Konto: 2 14 41 23 Blz
750 903 00
Kennwort „Bahnhofsmission“
Kontakt für weitere Fragen:
Hedwig Gappa-Langer, Referentin
der katholischen Bahnhofsmissionen in Bayern, Tel. 089 – 714 85 01, Email:
hedwig.gappa-langer@t-online.de