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Pressemitteilung

Hospiz- und Palliativarbeit endlich finanziell absichern

Caritas zur ARD-Themenwoche Leben mit dem Tod

Erschienen am:

18.11.2012

  • Beschreibung
Beschreibung

München. Den weiteren Ausbau der Hospiz- und Palliativarbeit auch in Bayern hat der Landes-Caritasverband Bayern gefordert. Voraussetzung dafür sei eine finanzielle Absicherung der Einrichtungen und Dienste durch die Krankenkassen. „Heute ist der Betrieb eines stationären Hospizes und die Palliativversorgung zu Hause oder im Krankenhaus leider noch ein finanzielles Abenteuer. Wir brauchen dringend eine gesetzliche Absicherung, um die Dienste auch in der Fläche anbieten zu können“, sagte der bayerische Landes- Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl .   Aus Anlass der ARD-Themenwoche „ Leben mit dem Tod" kündigte er an, die Caritas wolle ihre Angebote in diesem Bereich verstärken. Piendl sagte, der Caritas sei der Hospizgedanke , die palliative Versorgung und ihre konkrete Umsetzung im Dienste der schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen schon immer sehr wichtig. Wir freuen uns über die Sensibilität in der Öffentlichkeit, die nun ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf diese Themen lenkt. „Am Ende des Lebens spielen religiöse und spirituelle Fragen eine ganz besondere Rolle. Auch Menschen, die im Laufe ihres Lebens nach herkömmlichen Maßstäben weniger religiös gelebt haben, fragen im Angesicht ihres Todes nach dem, was danach kommt. Die christlichen Kirchen können mit ihrem Glauben an die Auferweckung von den Toten und das ewige Leben bei Gott den Menschen eine Antwort geben, die auch heute noch Menschen tröstet und stärkt. Den Menschen in dieser Lebensphase nahe zu sein, sehen die Kirchen deshalb als eine zentrale Aufgabe.“ Die bayerische Caritas hat laut Piendl in den letzten Jahren Projekte zum Auf- und Ausbau einer christlichen Hospizkultur für ihre Altenheime und Sozialstationen durchgeführt und dafür auch erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet. „Eine lebendige Hospizkultur kann jedoch nur wachsen, wenn sich jeder Mitarbeiter in der Einrichtung, auch außerhalb der Pflege, mit dem Sterben und seinen eigenen, ganz persönlichen Erfahrungen damit auseinandersetzen darf und muss.“ Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von hauptamtlichen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Hospizdienste , Seelsorgern und palliativ geschulten Hausärzten ist wichtigste Voraussetzung für das Gelingen. Piendl : „Wichtig ist es, den Bewohnern wie Angehörigen beratend zur Seite zu stehen, um den Wunsch des Betroffenen für seine Versorgung am Lebensende festzuhalten. Dies kann in einer Vorsorgevollmacht geschehen. Wichtiger jedoch sind vertrauensvolle Gespräche, die den Menschen eine Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Tod und Sterben ermöglichen. Angehörige und Freunde haben die Aufgabe, nach dem mutmaßlichen Willen ihrer Nahestehenden am Lebensende zu handeln und diesen gegebenenfalls durchzusetzen. Dies stellt oft eine große Belastung dar; den Menschen in dieser Not zur Seite zu stehen, dafür setzen wir uns ein.“ Die Palliativdienste und Palliativstationen der katholischen Krankenhäuser in Bayern leisten einen wertvollen Beitrag, um schwerstkranken und sterbenden Menschen ein Leben und einen Abschied in Würde zu ermöglichen. Im Vordergrund steht die Frage: „Was tut diesem Menschen gut, was braucht er, um die verbleibende Zeit möglichst schmerzfrei und für ihn sinnvoll zu gestalten“. Die meisten Menschen wünschen sich nicht, dass alles in der Medizin Machbare noch gemacht wird, wenn klar ist, dass Heilung nicht mehr möglich ist. Die meisten Menschen wollen dort sterben, wo sie am Ende gelebt haben. Ist die Versorgung zu Hause sicher gestellt, so steht die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung allen schwerstkranken und sterbenden Menschen Tag und Nacht zur Verfügung. Krankenhauseinweisungen, die für die Patienten oft sehr belastend und mit Schmerzen verbunden sind, können vermieden werden. Stationäre Hospize leisten einen wichtigen Beitrag, wo das Sterben zu Hause nicht möglich ist.

Auch in den Einrichtungen für behinderte Menschen wird das Thema Altern und Sterben zunehmend wichtiger. Piendl : „Unsere Einrichtungen bereiten sich auf die veränderten Bedingungen vor. Ziel wird auch hier sein, flächendeckend eine christliche Hospiz- und Palliativkultur aufzubauen.“ Der bayerische Landes- Caritasdirektor sagte, in den letzten Jahren habe sich eine erfreuliche Zusammenarbeit mit Ärzten ergeben, die man weiter ausbauen wolle. Die Medizin nehme die spirituellen Bedürfnisse der Menschen in ihrer letzten Lebensphase inzwischen sehr ernst. Entschieden sprach sich Prälat Piendl gegen jede Form von aktiver Sterbehilfe aus. Menschen müssten keine Angst vor einem einsamen und schmerzhaften Sterben haben. Die Hospiz- und Palliativbewegung ermögliche ein Sterben in Würde, ohne Schmerzen und in Gemeinschaft. „Aktive Sterbehilfe einerseits und die Versorgung mit palliativ-medizinischen und hospizlichen Angeboten andererseits schließen sich aus“, sagte Piendl .