Regensburg, 20. Januar
2012. Die Alte Kapelle in Regensburg war gedrängt voll, als Bischof Gerhard
Ludwig Müller das Requiem für den verstorbenen früheren Landes-
Caritasdirektor
und Stiftskanonikus „Zu unserer Lieben
Frau“ Prälat Walter Siegert (geb. 7.2. 1926, Priesterweihe 29.6. 1954,
gest. 14.1.2012) zelebrierte. Die
Choralschola
und
der Männerchor ehemaliger Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Josef
Kohlhäufl
gestalteten das Requiem musikalisch. Zahlreiche
Vertreter der Bundes-, Landes- und Diözesan-Caritas wie auch viele Geistliche,
Ordensleute, Vertreter von geistlichen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden der
Politik, Wirtschaft und Kultur waren beim Requiem anwesend, um dem Verstorbenen
die letzte Ehre zu erweisen.
In seiner Predigt hob der Regensburger Bischof die „Vorbildfunktion“ des
langjährigen Landes-
Caritasvorsitzenden
hervor. Er
habe Prälat Siegert als tatkräftigen Mann erlebt, der tief im Glauben
verwurzelt gewesen sei. An Menschen wie Prälat Siegert könnten sich die
Zeitgenossen Orientierung holen, denn er habe ein beispielhaftes Leben im
Glauben gelebt und sei „von der Würde des Priestertums durchdrungen“ gewesen.
Siegert habe sein Leben dem Dienst am Menschen gewidmet und stets Sorge für
deren leibliches, seelisches und geistiges Wohl getragen. Das Engagement am
Nächsten sei „etwas, das aus der Gottesliebe herauskommt, aus der Liebe, die
Gott zu uns Menschen hat“. Der Gläubige müsse sich bewusst sein, dass all das,
was er seinem Nächsten Gutes tue oder nicht, er Christus tue oder verweigere.
Danach müssten die Gläubigen ihr Leben ausrichten. „In jedem einzelnen
Menschen, der vor uns steht, begegnet uns Christus selber“, sagte der
Regensburger Oberhirte. Prälat Siegert habe sich ganz besonders um die
Schwangerenberatung angenommen, auch habe er stets Sorge für die Kinder,
die alten Menschen und für die Kranken getragen. Dies sei ein ganz besonderer
Einsatz im Sinne der christlichen Caritas gewesen.
Nach dem Requiem wurden
noch zahlreiche Nachrufe für Prälat Siegert gesprochen.
Landes-
Caritasdirektor
Msgr
. Bernhard
Piendl
dankte dem Verstorbenen für sein unermüdliches Wirken im Caritasverband. Er
bezeichnete ihn als „kraftvolle Persönlichkeit, als Mensch, als Priester und
als Mann der Caritas“. Er sei eine prägende Gestalt der Caritas in der
Diözese Regensburg und in Bayern gewesen, mit dem ihn auch eine tiefe
Freundschaft verbunden habe. Die Caritas der Diözese Regensburg habe Siegert
wesentlich aufgebaut und geprägt. Unter seiner Führung entstanden zahlreiche
soziale Einrichtungen für Kinder, Familien, Senioren und Kranke. Auch als
Landes-
Caritasdirektor
habe er den Verband mit großem
Einsatz geleitet.
Siegerts
Weihebruder Prälat Hubert
Wilschowitz
dankte dem verstorbenen Mitbruder für
seine Treue zum Weihekurs 1954. „Wir danken dir für 57 Jahre im Dienste des
Herrn und für viele Kurstreffen, die du mitgestaltet hast.“
Dr. Rainer Tichy vom
Malteserbund entbot dem Verstorbenen, der Diözesanseelsorger der Malteser
war,
den
Dank des Malteserbundes. Siegert sei ein
streitbarer Gottesmann gewesen, tatkräftig und mit genauen Vorstellungen,
wie etwas sein sollte. „Er war für uns väterlicher Gönner, Motor und Zielgeber.
Ohne ihn wären die Malteser in der Diözese nicht das, was sie jetzt sind.“
Landesvorsitzende Dr. Elisabeth Mader zollte dem Verstorbenen Dank für seine
stete Unterstützung des Verband
InVia
Katholische
Mädchensozialarbeit .
„Sie waren uns in all den Jahren ein
treuer Freund“, sagte sie. Eine Vertreterin der Deutschen Pfadfinderschaft St.
Georg (DPSG) erklärte, dass Prälat Siegert als Landeskurat stets für die
Pfadfinderschaft da gewesen sei. „Prälat Siegert war für die DPSG stets
wegweisend tätig. Wir sind dankbar, dass er immer mit uns unterwegs war“, sagte
die Pfadfinderin. Dr. Christian
Blomeier
vom
Rotary
Club Porta
Praetoria
erklärte, dass Siegert 1975 Gründungsmitglied des Clubs gewesen sei. Er sei dem
Sozialen ganz besonders verbunden gewesen. „Seine Lebenserfahrung ließ ihn ein
großes Herz haben für alle, die im Leben gestrauchelt waren. Er genoss hohes
Ansehen und war eine Autorität in unserem Club.“ Stiftsdekan Hubert Schöner
bezeichnete den verstorbenen Walter Siegert als Patriarch des Stiftskapitels,
der sich besonders durch seine Bescheidenheit auszeichnete. Mit Klugheit und
Lebenserfahrung habe er dem Stift stets gedient. „Er war Liturgiker mit Leib
und Seele. Auch als ihn die Füße nicht mehr tragen konnten, stand er täglich am
Altar.“ Sein Rat sei immer gefragt gewesen und die
Mitbrüderlichkeit
habe er stets gepflegt. „Walter Siegert wird uns fehlen“, schloss Schöner.
Prälat Walter Siegert wurde am Unteren Katholischen Friedhof in Regensburg
beigesetzt.