München. Der Sozialpolitische
Ausschuss im Bayerischen Landtag hat die Pflegekassen aufgefordert, für eine verbesserte
Versorgung der an Demenz erkrankten Heimbewohner rasch und unbürokratisch eine Lösung
zu finden. Diese Aufforderung war das Ergebnis einer parteiübergreifenden
Diskussion zur schleppenden Umsetzung in Bayern, zusätzliche
Betreuungsleistungen für Demenzkranke zur Verfügung zu stellen. Durch das
Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurde es altersverwirrten Heimbewohnern im
vergangenen Jahr ermöglicht, dass sie verstärkt Unterstützung bei ihren Alltagsaktivitäten
erhalten können. Hierzu wurde festgelegt, dass in den Heimen weitere Betreuungskräfte
angestellt werden können, die die Demenzkranken beispielsweise bei Spaziergängen
und Ausflügen begleiten sollen. Nach dem Willen des Gesetzgebers soll den Demenzkranken
durch mehr Zuwendung, zusätzliche Betreuung und Aktivierung eine höhere Wertschätzung
entgegen gebracht, mehr Austausch mit anderen Menschen und mehr Teilhabe am Leben
in der Gemeinschaft ermöglicht werden.
„Nunmehr ist bald ein Jahr vergangen,
aber nur ein Teil der mindestens 60.000 Demenzkranken in bayerischen
Pflegeheimen konnte bislang von der gesetzlichen Verbesserung profitieren“,
beklagt Friedrich Schmidt, Vizepräsident des
bpa
und
dessen Vorsitzender in Bayern. „In einer durchschnittlich großen
Pflegeeinrichtung wären es zwei zusätzliche Vollzeitkräfte, die jeden Tag unsere
demenzkranken Bewohner unterstützen könnten. Das bürokratische Verfahren der Pflegekassen
behindert eine schnelle Umsetzung und gehört daher unverzüglich eingestellt“,
fügt er hinzu. Die Pflegekassen in Bayern haben es bisher abgelehnt, ein für
Bayern einheitliches Verfahren zu finden. Vielmehr wollen sie in jedem
einzelnen Fall mit den Pflegeeinrichtungen individuell verhandeln. Der
Sozialausschuss im Landtag hat diese Praxis nunmehr scharf kritisiert und
weiter die Auffassung vertreten, dass zahlreiche Einrichtungen auch deshalb
keine Umsetzung vornehmen können, da sie von den Pflegekassen keine
kostendeckenden Angebote erhalten, um zusätzliche Betreuungskräfte anstellen zu
können. „Die Pflegekassen ersparen sich Monat für Monat hohe Geldbeträge, die
aber den betroffenen Demenzkranken zustehen und jetzt zügig ausgereicht werden
müssen“, fordert Prinzessin Christa von Thurn und Taxis, die derzeitige Sprecherin
der Wohlfahrtsverbände in Bayern. Beinahe 50.000 Demenzkranke werden in den Einrichtungen
der Freien Wohlfahrtspflege und den Mitgliedseinrichtungen des
bpa
in Bayern betreut. „Wir wissen sehr genau wovon wir
hier reden, denn unsere Einrichtungen tragen die Verantwortung in der Praxis
für einen großen Teil der Demenzkranken in Bayern. Es ist höchste Zeit, dass
die Pflegekassen nun ihrer Verantwortung nachkommen und die
Blockadehaltungaufgeben
“,
so beide abschließend.
Ansprechpartner:
Wilfried Mück, LAG FW (Tel.:
089/54497110),
Joachim
Görtz,
bpa
(Tel.: 089/12163334)