München. Der bayerische Landes-
Caritasdirektor
Prälat Karl-Heinz
Zerrle
hat die Enzyklika „Caritas in
veritate
“ von Papst
Benedikt XVI. begrüßt. „Mit seiner Enzyklika hat der Papst ein geistliches
Schutzschild für die Armen und Schwachen in aller Welt geschaffen. Es liegt nun
an der Politik und der Wirtschaft, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.
Die Kirche und ihre Caritas werden weiterhin durch ihr Wort und ihr Tun
Menschen in Not unterstützen und so die Liebe Gottes zu ihnen tragen“, sagte
Prälat
Zerrle
in München. Die Enzyklika schreibe die
gute Tradition der Katholischen Soziallehre mit ihren Grundprinzipien der
Personalität
, Solidarität und Subsidiarität für die heutige
Zeit fort. Der Papst mache deutlich, dass über allen politischen und
wirtschaftlichen Strukturen und Entscheidungen die Würde des Menschen stehen
müsse. Politik und Wirtschaft müssten von ethischen Werten wie der
Menschenwürde und Solidarität und der Option für die Armen und Schwachen
getragen sein. Der in „Caritas in
veritate
“
geforderte ethische Kodex müsse sowohl auf der Wahrheit des Glaubens wie auch
der Vernunft gründen, um für alle Menschen einsichtig zu sein. Für die Arbeit
der Caritas sei bedeutsam, dass der Papst mehrfach den ganzheitlichen Charakter
der menschlichen Entwicklung betont habe, die für Gott offen sein müsse. Das
gelte, so der Landes-
Caritasdirektor
, auch für die
Sozialarbeit und Pflege: „
Viele persönlichen und
sozialen Probleme von Klienten der Sozialarbeit und Pflege können als offene
oder verkappte religiöse Probleme interpretiert werden. Die Kirche und ihre
Caritas wollen und können, aus dem christlichen Glauben heraus auch dann noch
plausible und verlässliche Antworten auf persönliches Scheitern, auf Not,
Elend, Armut, Schuld und sogar den Tod anbieten, wenn säkulare Antworten nicht
einmal mehr trösten können.“ Richtungsweisende Worte habe der Papst auch für
den Abbau des Sozialstaats in den Industriestaaten gefunden. Er habe davor
gewarnt, die „
Suche nach größeren Wettbewerbsvorteilen auf dem
Weltmarkt“ mit einer „
Reduzierung der
Netze der sozialen Sicherheit“ durch „
Streichungen in den
Sozialausgaben“ in der Haushaltspolitik
zu bezahlen. (Nr. 25)