"Zusammen geht was - Caritas verbindet Generationen". Unter diesem Motto hat die Caritas in Deutschland ihre Jahreskampagne 2026 in Passau gestartet. Die Kampagne stellt den generationenübergreifenden Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Angesichts des demografischen Wandels, der sozialen Herausforderungen und des Klimawandels betont die Caritas, dass die Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann. Es geht um das Schaffen einer solidarischen und zukunftsmutigen Gesellschaft. Am Montag 19. Januar, war der Start in der Dreiflüssestadt Passau auf einem Donauschiff.
Beim Kampagnenauftakt in Passau sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar. Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen! Das gilt für den Klimawandel und die Folgen der Pandemie genauso wie für die Verteidigung unserer freiheitlichen Ordnung und für die Wahrung des sozialen Friedens."
Ulrike Scharf, Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, warnte vor "Schubladendenken zwischen den Generationen". Dies sei "Gift für unser Miteinander" betonte sie zum Auftakt der Caritas-Jahreskampagne 2026". Scharf sagte in ihrer Videobotschaft: Deutschland sei nur stark, wenn sich die Generationen gegenseitig stützten. "Das ist Deutschland, wie wir es brauchen", betonte die stellvertretende Ministerpräsidentin. Der Caritas-Kampagne wünschte sie: "Volle Kraft voraus, starke Begegnungen und viele Momente in denen alle Generationen gemeinsam losgehen, um Brücken zu bauen zwischen Alt und Jung, von Mensch zu Mensch".
Leitfragen der Passauer Caritasdirektorin Andrea Anderlik beim Podiumsgespräch waren: Was brauchen Generationen heute konkret voneinander? Was müssen wir gemeinsam verändern, damit Zusammenhalt im Alltag gelingt?
"Im Miteinander der Generationen steckt eine wahre Superkraft", betonte die Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa. Sie forderte neue Formen der Unterstützung für Familien, die plötzlich die Pflege eines Angehörigen übernehmen müssen. Ein Beispiel aus Bayern zeige, wie konkrete Hilfe in Alltagssituationen Familien stärkt. Ihr Ziel sei es, das gegenseitige Lernen und Verständnis zwischen den Generationen zu fördern. Die Kampagne hat in Passau auf dem Donauschiff stattgefunden, weil die Stadt häufig von Hochwasser bedroht ist und in solchen Situationen die Caritas schnell Hilfsmaßnahmen einleitet. Sie stellte auch einen Bezug her, zur Klimakatastrophe, die in den kommenden Jahrzehnten häufiger zu extremen Verhältnissen führen kann.
Dabei unterstrich der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster die Kraft der Kirche über die Feste im Jahreskreis. Diese und auch die Feiern zu bestimmten Anlässen wie Hochzeiten, Taufen oder Erstkommunion brächten die Generationen zusammen und wirkten verbinden. Die Caritas sieht er als zentrale Anlaufstelle für Unterstützung in schwierigen Zeiten. Sein Wunsch ist es, dass mehr Menschen erkennen, was bei der Caritas möglich ist, und in den Austausch miteinander treten.
Der Passauer Bürgermeister Andreas Rother hob den Dialog als Schlüssel für eine gelingende Gesellschaft hervor und nannte das "Haus der Generationen" in Passau ein Modell für erfolgreiche Begegnung. Er setzt auf Projekte wie "Passgenau", die Kindern eine Zukunftschance bieten und will weitere Begegnungsstätten in den Ortsteilen schaffen, in denen Generationen sich austauschen können.
Der Bezirkstagpräsident Dr. Olaf Heinrich forderte eine gerechte und solidarische Verteilung der Lasten in der Gesellschaft, besonders angesichts der demografischen Veränderung. Solidarität bedeutet für ihn, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen. Er wies eindringlich darauf hin, dass angesichts der gesellschaftlichen Herausforderung, die Menschen ein Anrecht auf Wahrhaftigkeit hätten. Es müsse ein ehrlicher Dialog darüber geführt werden, wie in Zukunft die Herausforderungen bewältigt werden können. Sein Projekt "85 Plus" in der Stadt Freyung bewahrt das Wissen älterer Menschen und soll langfristige Lösungen für die Zukunft schaffen. Olaf Heinrich wörtlich: "Wir haben unglaublich viel bestehende Solidarität". Es müsse eine Umverteilung der Lasten stattfinden, der Staat könne nicht alles alleine tragen. Nichts werde besser, "wenn man etwas aussitzt".
Landrat Raimund Kneidinger setzt auf den gemeinsamen Austausch und die Verantwortung jeder Generation füreinander. Er hob hervor, dass der niederschwellige Zugang zu Caritas-Diensten vielen Menschen hilft. "Gelebtes Miteinander muss gelingen, nicht im Pessimismus, sondern im Optimismus". Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, wie wir gemeinsam helfen können.
Prof. Dr. Bernhard Bleyer sprach sich für organisierte Foren aus, in denen Interessenslagen zwischen den Generationen, kennengelernt und diskutiert werden können. Denn aus seiner Sicht besteht ein breiter Grundkonsens zwischen Alt und Jung bei zentralgesellschaftlichen Themen. Konkret sieht er die Einsamkeit vieler Studierender als zentrales Problem und fordert mehr Räume für den generationsübergreifenden Austausch. Er möchte 2026 diesen Dialog fördern und Studierenden helfen, mehr Gemeinschaft und Unterstützung zu erfahren.
Die Caritasdirektorin Andrea Anderlik plädierte als Moderatorin "für eine zukunftsmutige Gesellschaft. Zusammen schaffen wir das!". Sie rief dazu auf gemeinsam für Begegnungsorte für Alt und Jung zu schaffen, den Dialog zu fördern und sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen. "Gemeinsam können die Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden", sagte sie.
Alle Informationen zur Kampagne finden Sie auch unter https://www.caritas.de/verbindet