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Stand: 28.01.2016

Gut zu wissen

Familienzusammenführung

Wenn Kinder und Ehegatten nachkommen möchten

Ausländischer Vater mit seiner TochterGroße Freude herrscht, wenn Kinder und Ehegatten auch nach Deutschland kommen können.DCV/KNA Harald Oppitz

Wann ist eine Familienzusammenführung möglich?

  • Für die Angehörigen von Bürgerinnen und Bürgern aus der EUgelten die großzügigsten Regeln. Ehegatten sowie Kinder und Enkel bis 21 Jahre können nachziehen. Sie müssen nur das Verwandtschaftsverhältnis nachweisen. Der Lebensunterhalt muss nur in Ausnahmefällen aus eigenen Mitteln gesichert sein. Auch ältere Abkömmlinge und eigene Eltern dürfen kommen, sofern sie von dem, der die Zusammenführung veranlasst hat, einen Unterhalt bekommen.
  • Für ausländische Angehörige von Deutschen gilt, dass Ehegatten und Kinder bis 18 Jahre nachziehen können. Der Lebensunterhalt für die Kinder muss gar nicht, für den Ehegatten nur in Ausnahmefällen aus eigenen Mitteln gesichert sein. Die Ehegatten müssen in der Regel nachweisen, dass sie einfache Deutschkenntnisse haben. Von dieser Voraussetzung wird abgesehen, wenn Bemühungen zum Erwerb einfacher Sprachkenntnisse im Einzelfall nicht möglich, nicht zumutbar oder nicht innerhalb eines Jahres erfolgreich sind.
  • Für die meisten anderen Ausländerinnen und Ausländer gilt, dass theoretisch Ehegatten und Kinder bis 18 Jahre nachziehen können – wobei dies bei Kindern über 16 Jahren nur in Ausnahmefällen gilt. Die Ehegatten müssen nachweisen, dass sie einfache Deutschkenntnisse haben. Auch hier gilt, dass von dieser Voraussetzung abgesehen wird, wenn Bemühungen zum Erwerb einfacher Sprachkenntnisse im Einzelfall nicht möglich, nicht zumutbar oder nicht innerhalb eines Jahres erfolgreich sind. Das Urteil des EuGH, dass es zusätzlich eine generelle Ausnahme für die Ehegatten von türkischen Staatsangehörigen geben muss, wurde nur dahingehend umgesetzt, dass auch hier die Ausnahmeregelungen im Einzelfall gelten. Der Lebensunterhalt für die ganze Familie muss in der Regel aus eigenen Mitteln gesichert sein.
  • Anerkannte Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge haben ebenfalls ein Recht auf Familiennachzug. Dieser kann erst nach einer Anerkennung beantragt werden, nicht während eines laufenden Asylverfahrens. Dazu müssen die Ehegatten, Kinder oder Eltern (bei Nachzug zu minderjährigen Kindern) einen Visumsantrag bei der für sie zuständigen Auslandsvertretung (Konsulat oder Botschaft) stellen und dort persönlich vorsprechen. Wenn innerhalb von drei Monaten nach der Anerkennung das Visum beantragt oder eine sogenannte "fristwahrende Anzeige" über das Webportal des Auswärtigen Amts gestellt wird, kann eine Ausnahme von der Regel gemacht werden, dass der Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln gesichert sein muss. Beim Nachzug von Eltern zu minderjährigen Kindern ist keine solche Frist zu beachten. Für subsidiär Schutzberechtigte ist das Recht auf Familiennachzug bis zum 16.3.2018 ausgesetzt.
    Menschen, die aus bestimmen humanitären Gründen in Deutschland bleiben dürfen, etwa weil sie wegen einer schweren Erkrankung nicht abgeschoben werden können, mit einer Duldung oder mit einem Bleiberecht für Langzeitgeduldete in Deutschland leben, haben kein Recht auf Familiennachzug.

Einzelprüfung bei Härtefällen

In besonderen Härtefällen können auch andere Verwandte als die Ehegatten und minderjährige Kinder zu Deutschen oder Nicht-EU-Bürgern einreisen: Wird die Mutter im Herkunftsland pflegebedürftig und es gibt niemand, der sich um sie kümmern könnte, darf sie vielleicht zu ihren erwachsenen Kindern nach Deutschland ziehen. Ebenso wenn ein hier lebender Ausländer die Hilfe von Angehörigen braucht, darf unter Umständen die erwachsene Tochter aus dem Herkunftsland einreisen, um ihn zu pflegen. Das hängt jeweils vom Einzelfall ab und ist ins Ermessen der Ausländerbehörde gestellt.

Was ist vor der Einreise zu tun?

Wer aus einem Land mit Visumspflicht als Familienangehöriger nach Deutschland einreisen will, beantragt bei der deutschen Botschaft in seinem Herkunftsland ein Visum zum Zweck der Familienzusammenführung. Dann wird von der Botschaft und der örtlichen Ausländerbehörde geprüft, ob die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Einige Länder sind von der Visumspflicht ausgenommen: US-Bürger beispielsweise können ohne Visum einreisen, heiraten und in Deutschland bleiben, sofern die sonstigen Voraussetzungen des Ehegattennachzugs erfüllt sind.

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Für eine neue Bleiberechtslösung

Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der EKD und Pro Asyl haben gemeinsam die Broschüre "Für eine neue Bleiberechtsregelung" herausgegeben. Darin werden die bisherigen Bleiberechtsregelungen erläutert und die Defizite anhand zahlreicher Beispielfälle benannt. Aus den Defiziten wurden grundsätzlich Anforderungen an eine neue Bleiberechtsregelung formuliert.

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Was tut die Caritas in Deutschland für geflüchtete Menschen?

Flüchtling im Rollstuhl mit CaritasmitarbeiterinAm Ende zählt der Mensch: Caritasmitarbeiter(innen) helfen Flüchtlingen nicht nur bei der Erstversorgung.Deutscher Caritasverband / Fotograf: Harald Oppitz

Ziel ist, diesen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Viele von ihnen müssen dafür unmittelbar bei ihrer Ankunft erstversorgt und unterstützt werden. Aber sie benötigen auch mittel- und langfristig Beratung und Hilfe, die ihnen Perspektiven eröffnet.

Die Caritas bietet diese an und wirkt an der Gestaltung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen mit.

Wenn Sie sich ehrenamtlich engagieren und Flüchtlingen ihren Start in Deutschland erleichtern wollen, werfen Sie einen Blick auf unsere Engagementkarte für Flüchtlingshelfer(innen) und lesen Sie unsere Tipps für freiwillige Flüchtlingshelfer(innen).

Akutversorgung
  • In der Akutversorgung von Schutzsuchenden ist unter anderem der Malteser Hilfsdienst, ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes, aktiv. Daneben sind die Caritasverbände bundesweit und in besonderem Maße an den momentanen Drehkreuzen gefordert.
  • An verschiedenen Standorten betreiben die Caritasverbände Zeltdörfer und anderer Unterkünfte.
  • Mit der Bahnhofsmission ist die Caritas an der Versorgung von Schutzsuchenden an Bahnhöfen beteiligt.
  • Die Caritas koordiniert das Engagement von Ehrenamtlichen in der Akutversorgung.
  • Der Deutsche Caritasverband vermittelt Hilfsangebote verschiedener Unternehmen an Einrichtungen und Dienste vor Ort.
Mittel- und langfristig wirkende Unterstützung für Schutzsuchende

Ist die unmittelbare (Erst-)Versorgung sichergestellt, stellen sich für Schutzsuchende in Deutschland grundsätzliche Fragen, z. B.:

  • Wie läuft das Verfahren der Asylantragsstellung?
  • Wo werden Sprachkurse angeboten bzw. besteht Zugang zu Integrationskursen?
  • Wie ist der Zugang zum Arbeitsmarkt geregelt?
  • Wann kann eine Wohnung bezogen werden?

Antworten darauf erhalten Schutzsuchende in den Migrations- und Flüchtlingsdiensten der Caritas. Diese unterstützen sie bei der Vorbereitung und Durchführung des Asylverfahrens, aber auch bei der Integration.

Beratung im Asylverfahren
  • Wer einen Asylantrag stellen möchte, kann sich an die Asylverfahrensberatungsstellen der Caritas wenden. Diese helfen bei der Vorbereitung und Durchführung des Antrags sowie bei Fragen zum Aufenthaltsstatus. Damit tragen sie zu einer Verfahrensbeschleunigung bei.
  • Bei Fragen des Flüchtlings- und Ausländerrechts arbeitet die Caritas bundesweit mit rund 30 Rechtsanwält(inn)en zusammen. Diese beraten Schutzsuchende einzeln und in Gruppen.
  • Unabhängige Abschiebebeobachtungsstellen der Caritas an den Flughäfen in Frankfurt und Berlin wollen verhindern, dass Grund- und Menschenrechte durch die Abschiebung verletzt werden. Sie setzen dabei auch auf eine präventiv wirkende Deeskalation.
  • Die Beratungsstellen für Rückkehr- und Weiterwanderungsberatung des Raphaelswerks und der Caritas stehen bundesweit Schutzsuchenden ohne Bleiberecht zur Verfügung.
Betreuung
  • Das Therapiezentrum der Caritas für Folteropfer in Köln bietet traumatisierten Schutzsuchenden therapeutische und sozialarbeiterische Unterstützung. Weitere psychosoziale Zentren haben 2015 die Arbeit aufgenommen oder befinden sich im Aufbau.
  • Flüchtlingssozialdienste bieten insbesondere Information, Orientierung, individuelle Hilfen sowie Integrationsmaßnahmen für die Zeit des Aufenthalts und helfen Schutzsuchenden dabei, sich im Alltag zurechtzufinden.
  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden in Erziehungshilfeeinrichtungen in katholischer Trägerschaft und Trägerschaft der Caritas Unterstützung.
Beratung in der Integration
  • Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) in Trägerschaft der Caritas berät an 230 Standorten Migrant(inn)en, darunter Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung sowie sogenannte Kontingent-Flüchtlinge.
  • An 110 Standorten beraten und begleiten Jugendmigrationsdienste in katholischer Trägerschaft junge Zuwanderer (auch Flüchtlinge) bis 27 Jahre.
  • Neben den Diensten und Einrichtungen, die für spezifische Fragen und Hilfen für Migranten und Flüchtlinge zuständig sind, stehen grundsätzlich auch alle anderen sozialen Dienste der Caritas in einschlägigen Fachfragen zur Verfügung.
  • Zahlreiche Projekte unterstützen Flüchtlinge beim Ankommen in Deutschland, z. B. in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, etwa durch Patenschaftsprogramme
Die Gesellschaft kontinuierlich in den Blick nehmen

Die Caritas tritt dafür ein, die große Aufnahme- und Hilfsbereitschaft in Deutschland zu erhalten. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Unterstützung von Ehrenamtlichen, etwa durch Begleitung und durch Handreichungen mit regionalisierten Informationen. Die Caritas bemüht sich daneben um den Abbau von Sorgen und Vorbehalten gegenüber Schutzsuchenden, die einem friedlichen Miteinander und der Teilhabe von Schutzsuchenden entgegenstehen. Dazu gehört, dass Mitarbeitende im Zusammenhang mit der Eröffnung neuer Flüchtlingsunterkünfte auf Podiumsveranstaltungen und bei Bürgerversammlungen für ein Miteinander von Schutzsuchenden und Einheimischen werben. Dabei machen sie auch deutlich, dass die Arbeit der Caritas allen benachteiligten Menschen gilt und Arbeit mit Flüchtlingen nicht zu Lasten ihres Einsatzes für andere Gruppen geht.

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