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Stand: 28.01.2016

Nachgefragt

Zuwanderer als Fachkräfte

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Irina Mertens berät in einer Anlaufstelle des IQ-Netzwerks in Koblenz zu allen Fragen rund um das Anerkennungsgesetz*.

Welche kommt zu Ihnen in die Anerkennungsberatung und welche Hilfe suchen diese Leute?

Bei uns erhalten alle Menschen mit Migrationshintergrund eine kostenlose Beratung, unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Herkunft.

Mann an ArbeitsplatzZeugnisse, Dokumente, aber auch praktische Fähigkeiten werden geprüft und anerkannt.DCV/KNA Harald Oppitz

Wir besprechen mit den Leuten, wie und wo sie den Antrag auf Anerkennung stellen können, welche Unterlagen nötig sind. Wir erklären auch, was ihnen eine Anerkennung bringt und wie sie sich dadurch beruflich besser stellen. Und wir informieren, was es kostet. Die ausländischen Zeugnisse und Nachweise müssen meistens übersetzt und bewertet werden, teilweise können zusätzliche Bescheinigungen über Berufserfahrungen hilfreich sein. Es ist nicht geregelt, wer diese Anerkennungskosten übernimmt. Die wenigsten Antragsteller haben das Geld dafür. Wir versuchen deshalb, bei anderen Stellen die Übernahme dieser Kosten zu erreichen, aber das klappt nicht immer.

Was müssen Migranten beachten, wenn sie einen Antrag auf Anerkennung stellen wollen?

Man kann nicht aus einem Lehrer einen Erzieher machen oder aus einer Ärztin eine Physiotherapeutin. Da gibt es zum Teil falsche Hoffnungen. Grundsätzlich kann nur das anerkannt werden, was als Titel auf dem ausländischen Zertifikat steht. Dann wird verglichen, ob die Ärztin im Ausland die gleichwertigen theoretischen und praktischen Inhalte erlernt hat, wie sie für den deutschen Regelberuf der Ärztin vorgeschrieben sind. Dabei wird auch auf die Zahl der Unterrichtsstunden und die Noten geschaut.

Kommt es nicht zur Anerkennung, wird daraus nicht automatisch ein anderer Beruf, auch wenn gewisse Kenntnisse in der Ausbildung erworben wurden. Es ist jedoch möglich, fehlende Ausbildungsinhalte über Lehrgänge und Prüfungen nachzuholen. Das ist natürlich immer eine Zeit- und Kostenfrage.

Das Anerkennungsgesetz* bezieht sich nur auf bundesrechtlich geregelte Berufe und eine größere Zahl von Ausbildungsberufen. Wer hier nicht darunter fällt, wie etwa Journalisten oder Mathematiker, ist bei uns trotzdem nicht falsch. Es kann sich lohnen, dass diese Leute ihren Hochschulabschluss durch die Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen (ZAB) bewerten lassen. Das prüfen wir immer im Einzelfall.

Welche Qualifikationen werden anerkannt, welche eher nicht?

Probleme gibt es zum Beispiel bei den Lehrern. Die wenigsten haben einen Abschluss in zwei Unterrichtsfächern, was bei uns aber Vorschrift ist. Da heißt es dann, das zweite Fach nachstudieren, was nicht für sehr viele in Frage kommt.

Für Qualifikationen aus EU-Staaten gibt es besondere Abkommen, die die Anerkennung oft erleichtern. Das soll jedoch kein Argument sein, dass Menschen aus Nicht-EU-Staaten es nicht versuchen sollen. Erst kürzlich hatten wir den Fall eines jungen Mannes, der in einem arabischen Land einen "Bachelor of commerce" erworben hatte. Er konnte auch schon Berufserfahrung nachweisen. Die zuständige Industrie- und Handelskammer hat ihm den Abschluss als Bürokaufmann vollwertig anerkannt. Zudem hat das Jobcenter die Anerkennungsgebühr von 420 Euro für ihn komplett übernommen.

Link-Tipps:

* Das seit April 2012 gültige Gesetz heißt offiziell "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen"

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Ein Bierchen in Ehren …

Junger Mann auf Sofa mit Bier in der HandWie viel Alkohol am Tag ist okay? ©Spectral-Design - stock.adobe.com

Lächerlich, findet das Herr Schmitt. Er trinkt doch höchstens zwei, drei Flaschen Pils vor dem Fernseher. Zur Entspannung. Aber wenn er wollte, könnte er den Alkohol weglassen, glaubt Schmitt. Er ist doch nicht süchtig! Oder doch?

Lust auf immer mehr

Schmitt muss aufpassen: „Regelmäßiges Trinken kann zu einer Abhängigkeit führen”, warnt Suchtexperte Wolfgang Scheiblich, Geschäftsführer des Katholischen Verbandes für soziale Dienste (SKM) in Köln. „Man merkt, dass der häufige Konsum zur Sucht wird, wenn man eine immer größere Menge Alkohol braucht. Das heißt: Statt einer Flasche Bier muss ich heute zwei oder drei trinken, um das gleiche gute Gefühl zu erlangen wie im Jahr vorher. Der Körper hat sich an die Menge gewöhnt.“ Diese dauernde Dosissteigerung ist so schleichend, dass viele sie erst sehr spät bemerken. „Zuerst geht es einem gut damit, es gibt keine negativen Folgen, man kann noch seine Aufgaben erfüllen“, sagt Scheiblich. Der Weg in die Krankheit kann leicht Jahre dauern.

Wenn Trinken zur Freizeitbeschäftigung wird

Um nicht in die Sucht hineinzuschlittern, ist es wichtig, früh den eigenen Alkoholkonsum zu hinterfragen. So sollten alle Alarmglocken läuten, wenn Bier, Schnaps oder Wein nicht mehr nur zu bestimmten Gelegenheiten, auf Festen oder mit Freunden in der Kneipe genossen wird. Wenn sich das Trinken zur alltäglichen, einsamen „Freizeitbeschäftigung“ verändert. Skeptisch sollte auch derjenige werden, der es oft nicht schafft, eine absolute Abstinenz in bestimmten Lebenswelten durchzuhalten: Wenn ich arbeite, trinke ich vorher nicht. Wenn ich Auto oder Fahrrad fahre, trinke ich nicht. Wenn ich schwanger bin, trinke ich nicht. Hilfe bei der objektiven Selbsteinschätzung geben anonyme Tests im Internet – und Menschen, die einen gut kennen.

  • Check your Drinking lässt erkennen, wie es um den eigenen Alkoholkonsum steht. Ist alles im grünen Bereich? Oder trinken Sie zu oft zu viel Alkohol?
  • Kenn Dein Limit
    Wissenstest und jede Menge Zahlen und Fakten rund um Alkohol.

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